Die Freiwillige Feuerwehr Rossegg/Stainz hat kürzlich ihre Wehrversammlung im übervollen Rüsthaus abgehalten. Dabei wurde der beeindruckende Einsatz von insgesamt 10.784 freiwilligen Stunden gewürdigt. HBI Gerd Grinschgl eröffnete die Versammlung mit einem herzlichen Willkommen und einem Totengedenken für die verstorbenen Mitglieder. Der Kassier OLM Gerhard Bohnstingl konnte einen positiven Haushalt präsentieren, der einen Überschuss vermeldete, was von den anwesenden Mitgliedern einstimmig positiv aufgenommen wurde.
Ein wichtiger Bestandteil der Versammlung war die Angelobung neuer Mitglieder durch Jakob Göri sowie die Beförderungen und Auszeichnungen, die an verdiente Feuerwehrleute verliehen wurden. So erhielten unter anderem Anna Lesky, Hannah Thomann, Mia Faullend und Lisa Ninaus Beförderungen, während HBI Gerd Grinschgl und OBI Daniel Ninaus mit dem Verdienstkreuz in Silber ausgezeichnet wurden. Die Feuerwehr Rossegg kann zudem stolz auf ihre 12 Atemschutzträger blicken, wie LM Simon Lindschinger berichtete.
Aktivitäten und Herausforderungen
Die Wehrversammlung bot auch Raum für Berichte über die vielfältigen Aktivitäten der Feuerwehr. OBI Daniel Ninaus informierte über verschiedene Einsätze, darunter auch die herausfordernden Unfälle in der Frühmann-Kurve und an der Schacherl-Kreuzung. LM Martin Deutschmann hob die Bedeutung der Jugendförderung hervor und berichtete von 70 Veranstaltungen im Jugendbereich, bei denen aktuell 11 Jugendliche aktiv mitwirken.
Besonders hervorzuheben ist das geplante Rüsthauszubauprojekt, das bis 2026 abgeschlossen sein soll. HBI Gerd Grinschgl betonte, wie wichtig diese Erweiterung für die zukünftige Arbeit der Feuerwehr ist. Unterstützt wird die Feuerwehr dabei auch von der Jägerschaft Rossegg, die laut Gerd Grinschgl eine wertvolle Partnerschaft darstellt.
Die Bedeutung von Ruhezeiten
Ein Thema, das im Kontext der Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute von Bedeutung ist, sind die Ruhe- und Erholungszeiten nach Einsätzen. Obwohl es keine gesetzliche Regelung dafür gibt, sind die Belastungen der Einsatzkräfte, sowohl körperlich als auch seelisch, enorm. Der Einsatzleiter trägt die Verantwortung, die notwendigen Ruhezeiten festzulegen, wobei verschiedene Faktoren wie Einsatzdauer und persönliche Umstände berücksichtigt werden müssen. Der Deutsche Feuerwehrverband hat Empfehlungen ausgearbeitet, die den Einsatzleitern als Leitfaden dienen, um die Erholungszeiten angemessen zu gestalten (Quelle).
Diese Empfehlungen sind besonders wichtig, denn nach nächtlichen Einsätzen ist eine ausreichende Erholungszeit von entscheidender Bedeutung. Beispielhaft wird empfohlen, nach einem Großbrand, der um 23:45 Uhr alarmiert wurde und bis 05:15 Uhr dauerte, eine Ruhezeit von etwa 5,5 Stunden einzuhalten. Bei psychischen Belastungen, wie etwa wenn das Unfallopfer ein Angehöriger ist, kann eine verlängerte Erholungszeit notwendig sein. Hier zeigt sich, dass die Fürsorgepflicht des Einsatzleiters eine zentrale Rolle spielt (Quelle).
Insgesamt verdeutlicht die Wehrversammlung der FF Rossegg/Stainz nicht nur die Verdienste der Feuerwehrmitglieder, sondern auch die Herausforderungen, die mit dem Ehrenamt verbunden sind. Die Unterstützung der Gemeinde, die Wichtigkeit von Erholungszeiten und die kontinuierliche Ausbildung sind entscheidend für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft und den Schutz der Bevölkerung.