Am Freitagnachmittag ereignete sich ein schwerer Unfall auf einer Skisprungschanze in Mürzzuschlag (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), der ein elfjähriger Junge zu beklagen hatte. Während des Trainings, an dem mehrere Vereine teilnahmen, kam es um 16:45 Uhr zu einem Vorfall, der auf einen technischen Fehler zurückzuführen ist. Der junge Sportler, der aus dem Bezirk Liezen stammt, erlitt eine Kopfverletzung und musste umgehend mit einem Notarzthubschrauber ins LKH Graz eingeliefert werden. Die Erstversorgung wurde zunächst von anwesenden Helfern und später vom Notarztteam durchgeführt. Es liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor, was die Situation nicht weniger tragisch macht. Weitere Details zu diesem Vorfall können auf der Website der Kleinen Zeitung und SN.at nachgelesen werden.
Der technische Fehler, der zu diesem Unglück führte, wirft Fragen zur Sicherheit und Wartung von Sporteinrichtungen auf. In der Sportwelt, besonders im Bereich des Schulsports und des Vereinswesens, sind Verletzungen leider keine Seltenheit. Laut einer Studie, die im März 2022 durchgeführt wurde, verletzten sich über eine Million Kinder in Deutschland zwischen April 2021 und März 2022 so schwer, dass sie ärztliche Behandlung benötigten. Dies macht 6,9% der Kinder aus. Auffällig ist, dass die häufigsten Unfallorte Schulsport, Spielplätze und Vereinssport sind, wobei 85% der Unfälle laut Eltern vermeidbar wären. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig ein sicheres Umfeld für unsere Kinder ist.
Die Situation der Kindersicherheit im Sport
Die besagte Studie, die vom KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Sicherheit im Sport durchgeführt wurde, zeigt auf, dass rund 5% der verletzten Kinder Dauerschäden erlitten. Dies entspricht über 52.000 Kindern jährlich. Besonders alarmierend ist, dass 28% der Verletzten potenziell dauerhafte Schäden davontragen könnten. Die Eltern betonen oft, dass eine bessere Aufsicht und Begleitung entscheidend für die Unfallverhütung sind, während nur 15% externe Faktoren wie Schutzausrüstung als Hauptursache für Unfälle sehen.
In Deutschland fehlt es an einer zentralen Organisation für Sportunfallprävention und die öffentliche Förderung ist gering. Im Vergleich dazu gibt es in der Schweiz seit über 75 Jahren Organisationen, die sich mit Unfallprävention beschäftigen und jährlich umgerechnet knapp 2 Euro pro Bürger für diese Maßnahmen bereitstellen. Die Studie fordert eine verstärkte Forschung zu den Arten von Verletzungen und wie Unfälle vermieden werden können. Bewegungsförderung, sichere Sporträume und geschulte Betreuer*innen sind essentielle Präventionsmaßnahmen, um die hohe Anzahl verletzter Kinder zu reduzieren.
In Anbetracht der aktuellen Ereignisse und der alarmierenden Statistik zur Kindersicherheit im Sport wird deutlich, dass die Gemeinschaft gefordert ist, Maßnahmen zu ergreifen, um solche Unfälle in Zukunft zu verhindern und die Sicherheit unserer Kinder zu gewährleisten. Es gibt Ansatzpunkte zur Reduzierung der Unfälle und deren Schwere, die nicht ignoriert werden sollten. Die Geschehnisse in Mürzzuschlag sollten uns alle zum Nachdenken anregen.