In der Obersteiermark Ost zeigt sich ein ambivalentes Bild, wenn es um die Gleichstellung der Geschlechter geht. Der Bericht „Steiermark – Gleichstellung in Zahlen 2025“ beleuchtet die Situation in den verschiedenen Bezirken und hebt hervor, dass die Region eine der höchsten Frauenquoten in Gemeinderäten aufweist. Auch die Bildungsabschlüsse sind beachtlich, mit einem Anteil von 23,2 Prozent an Matura- und Hochschulabschlüssen, dem höchsten Wert abseits von Graz. Doch trotz dieser positiven Aspekte bestehen gravierende Unterschiede im Erwerbseinkommen und in der Kinderbetreuungsinfrastruktur.
Die durchschnittlichen Verdienste sind alarmierend: In Bruck-Mürzzuschlag liegt der Medianverdienst der Männer bei 49.099 Euro, während Frauen deutlich weniger verdienen. Die Einkommensschere ist mit 44,5 Prozent in Bruck-Mürzzuschlag und 38,2 Prozent in Leoben über dem steirischen Schnitt von 36,7 Prozent. Diese Diskrepanz wird durch eine politische Struktur begleitet, die mit 31,1 Prozent Frauenanteil in Gemeinderäten und 14,3 Prozent Bürgermeisterinnen einen positiven Eindruck vermittelt, jedoch nicht in den Löhnen und dem Alltag der Frauen in der Region widergespiegelt wird.
Demografische Herausforderungen
Die demografische Situation in der Region ist ebenfalls besorgniserregend. Das Durchschnittsalter der Frauen beträgt 49,2 Jahre, während Männer im Schnitt 45,9 Jahre alt sind. Damit gehört die Obersteiermark Ost zu den ältesten Regionen Österreichs. Zudem ist die Geburtenrate mit nur 1,24 Kindern pro Frau in Leoben die niedrigste landesweit. Während Männer in Bruck-Mürzzuschlag eine Lebenserwartung von 77,7 Jahren haben, erreichen Frauen in Leoben 83,8 Jahre – beide Werte liegen jedoch unter dem steirischen Durchschnitt.
Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Kinderbetreuungsinfrastruktur gelegt werden. Weniger als 85,6 Prozent der Einrichtungen in Obersteiermark Ost haben mindestens acht Stunden am Tag geöffnet, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Mütter erschwert. In der Tat arbeiten 65 Prozent der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren in Teilzeit, was ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit weiter gefährdet.
Politische und soziale Rahmenbedingungen
Die hohe Anzahl an Betretungs- und Annäherungsverboten in der Region – 221 von 1.499 im Jahr 2024 – übersteigt den steirischen Durchschnitt und wirft ein Licht auf die sozialen Herausforderungen, mit denen viele Frauen konfrontiert sind. Diese Probleme sind eng verbunden mit der traditionellen Industriestruktur der Region, die nach wie vor bestehende wirtschaftliche Ungleichheiten aufrechterhält.
Die Daten aus dem Gleichstellungsatlas des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zeigen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten auch im Kontext der Gleichstellung wichtig ist. Hierbei kommen Technologien wie Matomo zum Einsatz, um das Webverhalten zu analysieren und die Struktur sowie Gestaltung des Webseitenangebots zu verbessern. Die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bildet dabei die rechtliche Grundlage für diese Datenverarbeitung. Es wird darauf hingewiesen, dass die Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann, was den Nutzenden ein gewisses Maß an Kontrolle über ihre Daten gibt (Quelle).
Im Hinblick auf die Erwerbstätigkeit ist es wichtig, die verschiedenen Aspekte der Gleichstellung zu betrachten. Der Gender Pay Gap, das Verhältnis der Verdienstabstände zwischen Frauen und Männern, bleibt eine Herausforderung, die nicht ignoriert werden kann. Auch die Gender Pension Gap, die Altersvorsorgelücke, zeigt, dass Frauen im Alter häufig benachteiligt sind. Diese Lücken verdeutlichen die Notwendigkeit, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen in der Region unterstützen und fördern.
Insgesamt zeigt sich, dass die Obersteiermark Ost trotz hoher Bildungsabschlüsse und politischer Teilhabe vor massiven Herausforderungen steht. Die Einkommensschere, die demografische Entwicklung und die Kinderbetreuungsinfrastruktur sind zentrale Themen, die angegangen werden müssen, um eine echte Gleichstellung zu erreichen. Während die regionalen Daten vielversprechend erscheinen, bleibt die Realität oft hinter den Erwartungen zurück. Weitere Anstrengungen sind erforderlich, um die Gleichstellung in der Region nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag der Menschen zu verwirklichen (Quelle).





