In den letzten Jahren hat der Klimawandel auch in der Region Gaishorn und Bad Aussee spürbare Auswirkungen auf die Wasserversorgung gezeigt. Die Quellschüttung im Hochbehälter Sonnberg ist von 3 Litern pro Sekunde auf 2,1 Liter gesunken, was die örtlichen Gemeinden vor Herausforderungen stellt. Bürgermeister Werner Haberl von Gaishorn betont die Wichtigkeit der Lecksuche im Trinkwassernetz, insbesondere angesichts der sinkenden Wassermengen. Diese Lecksuche erfolgt mit Unterstützung der Firma ETS aus Irdning und nutzt verschiedene Methoden wie elektroakustische Technologien und das Einblasen von Lebensmittelgas. Mehrere Undichtheiten wurden bereits erfolgreich saniert, jedoch stehen die Gemeinden vor der Überlegung, alternative Wasserquellen zu erschließen, falls die Maßnahmen nicht ausreichen. Tiefbohrungen sind aus Kostengründen jedoch keine Option.
Ein Blick auf Bad Aussee zeigt, dass die Gemeinde bereits seit 2008 einen Tiefbrunnen betreibt, und 2023 wurde ein weiterer Brunnen im Kurpark mit einer Tiefe von 18 bis 54 Metern errichtet. Die Kosten für diesen Brunnen beliefen sich auf 670.000 Euro. Bad Aussee bezieht den Großteil seines Trinkwassers aus Quellschutzgebieten, wobei die Saarsteinquelle die größte ist. Auch in Bad Mitterndorf wird an der Wasserversorgung gearbeitet; hier wurde bereits eine Tiefbohrung in der Nähe der Skiflugschanze Kulm vorgenommen, die das Wasser nach Tauplitz pumpt.
Klimawandel und Wasserknappheit
Die Ursachen für die Wasserknappheit in Deutschland sind vielfältig. Neben klimatischen Bedingungen, die zu einem geringen Wasserdargebot führen, spielen auch Wasserqualitätsprobleme und zunehmende Wasserentnahmen für die Landwirtschaft eine Rolle. In den letzten zehn Jahren hat die anhaltende Trockenheit die Situation verschärft, wodurch die Unsicherheiten bei zukünftiger Wassernutzung zunehmen. Bereits jetzt haben einige Regionen mit einem Rückgang der Niederschlagsmengen zu kämpfen, was die Quellwassermengen weiter verringert. Michael Ferstl vom Referat Wasserwirtschaft des Landes Steiermark empfiehlt daher, die Wasserversorgung durch Tiefbohrungen abzusichern, um den Bedarf auch in Zukunft decken zu können.
Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes (UBA) mit dem Titel „Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit – Anpassung an Trockenheit und Dürre in Deutschland (WADKlim)“ befasst sich mit den langfristigen Folgen des Klimawandels auf die Wasserressourcen. Die Ergebnisse zeigen, dass steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster zu häufigeren Trockenperioden führen werden. Dies hat zur Folge, dass sowohl die Bodenfeuchte als auch der Grundwasserspiegel abnehmen, was die Wasserverfügbarkeit weiter verringert. Besonders in Regionen mit geringer Grundwasserneubildung sind erhebliche Engpässe zu erwarten.
Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserversorgung
Um den Herausforderungen der Wasserknappheit zu begegnen, sind verschiedene Maßnahmen ergriffen worden. Dazu gehören die Einrichtung von Fernwasserleitungssystemen und Limitierungen für Wasserentnahmen. Dennoch bleiben die Maßnahmen möglicherweise unzureichend, um die aufkommenden Probleme vollständig zu bewältigen. Die Forscher empfehlen, die Wassernutzung nachhaltiger zu gestalten, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und die Wiederverwendung von Wasser im urbanen Raum als eine wichtige Anpassungsstrategie zu betrachten.
Die Situation in Gaishorn, Bad Aussee und Bad Mitterndorf ist ein Beispiel für die breiteren Herausforderungen, die der Klimawandel für die Wasserversorgung in Deutschland mit sich bringt. Die Gemeinden müssen aktiv nach Lösungen suchen, um auch in Zukunft die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Während die Suche nach neuen Quellen und die Sanierung bestehender Leitungen im Vordergrund stehen, ist es ebenso wichtig, die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels im Blick zu behalten.
Für weitere Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit in Deutschland, können Sie die Studien des Umweltbundesamtes und die Forschungsergebnisse des Zentrums für Klimaanpassung einsehen: Umweltbundesamt und Zentrum für Klimaanpassung.