In Bad Aussee herrscht derzeit große Verunsicherung im LKH, nachdem die Entscheidung getroffen wurde, alle orthopädischen Eingriffe bis auf akute Notfälle zu stoppen. Diese Maßnahme, die auf Missstände in der OP-Planung zurückzuführen ist, sorgt nicht nur bei den Patienten, sondern auch bei den Mitarbeitern für Frustration. Der Betriebsrat hat die Entscheidung scharf kritisiert und auf die negativen Auswirkungen hingewiesen, die dies auf die medizinische Versorgung hat. Eine Patientin mit einer Schenkelfraktur konnte beispielsweise nicht behandelt werden, da nur Privatpatienten im OP eingeplant waren, was zu einem massiven Vertrauensverlust führt.
Die Entscheidung, die orthopädischen Eingriffe auszusetzen, stammt vom KAGes-Vorstand Gerhard Stark und hat nicht nur Auswirkungen auf die Patienten, sondern auch auf das medizinische Personal. Über 35 Personen stehen derzeit auf der Warteliste für orthopädische Eingriffe, und die Patienten sollen in anderen KAGes-Krankenhäusern operiert werden, was zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringt. Landtagsabgeordneter Alexander Melinz beschreibt die Situation als „Schlag ins Gesicht“ für die Menschen und kritisiert das Fehlen verbindlicher Zusagen für Betten in benachbarten Bundesländern. Die Opposition sieht die Situation als „Gesundheitschaos“ in der Steiermark.
Herausforderungen und Perspektiven
Die derzeitige Lage im Gesundheitswesen in der Steiermark wird durch den demografischen Wandel zusätzlich kompliziert. Die Steiermark hat eine vergleichsweise alte Bevölkerung, und Prognosen bis 2030 zeigen einen leichten Bevölkerungszuwachs im Großraum Graz, während in anderen Bezirken mit einem Rückgang zu rechnen ist. Dies stellt eine Herausforderung für die regionalen Gesundheitsplaner dar. Das Konzept RSG 2030 sieht vor, die Gesundheitsversorgung an diese demografischen Veränderungen anzupassen, um die Qualität und die Verfügbarkeit der medizinischen Versorgung zu gewährleisten.
Geplante Maßnahmen im Rahmen des RSG 2030 umfassen den Ausbau von Gesundheitszentren und die Errichtung neuer Facharztzentren. Ziel ist es, ein dichtes Netz an Angeboten zu schaffen, das eine optimale Leistungsabstimmung ermöglicht. Vermehrt sollen auch ambulante und tagesklinische Eingriffe bis 2030 vorgesehen werden, um die Verweildauer in Krankenhäusern zu reduzieren und die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten. Bis zum Jahr 2030 sollen in der Steiermark mindestens 40 Gesundheitszentren und zwei neue multiprofessionelle Facharztzentren entstehen, was für die Region eine erhebliche Verbesserung darstellen könnte.
Die Verantwortlichen sind gefordert, zeitnah Lösungen zu finden, um die Qualität der Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten und sowohl Mitarbeiter als auch Patienten nicht im Stich zu lassen. Informationsveranstaltungen in allen Regionen sind geplant, um Abgeordneten, Bürgermeistern und Medien die bevorstehenden Veränderungen näherzubringen, während das Begutachtungsverfahren für RSG 2030 parallel verläuft und Mitte Dezember beschlossen werden soll. Der Inkrafttreten des RSG 2030 ist für Anfang 2026 geplant, mit einer schrittweisen Umsetzung bis 2030.
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema empfehlen wir einen Blick auf die Berichterstattung von ORF Steiermark und die neuesten Entwicklungen auf Aktuelle Nachrichten. Auch der Gesundheitsfonds Steiermark bietet umfassende Informationen zu den geplanten Reformen im Gesundheitswesen.