In Bad Radkersburg brodelt es. Der geplante Abzug der Orthopädie-Abteilung aus dem örtlichen LKH sorgt für massive Proteste in der Region. Die Abteilung soll nach Deutschlandsberg verlegt werden, doch der Gesundheitsfonds kann keine konkreten Kosten für diese Verlagerung nennen. In der Bevölkerung führt die Schließung zu Unverständnis und Widerstand, insbesondere gegen den steirischen Spitalsplan bis 2030 (RSG 2030), der sowohl in Bad Radkersburg als auch im Ausseerland auf Kritik stößt.

Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) hat bereits erklärt, dass in Deutschlandsberg kein Zubau für die Orthopädie notwendig sei. Dies wirft Fragen auf, die von der „Plattform für ein lebenswertes Bad Radkersburg“ vehement kritisiert werden. Diese fordert eine transparente Kostenrechnung und Wirtschaftlichkeitsanalysen, die jedoch bislang fehlen. Eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz an den Gesundheitsfonds ergab, dass keine Aufzeichnungen zu den Kosten vorliegen. In diesem Zusammenhang hat Christian Neuhold von der Plattform Rechtsmittel gegen die Antworten des Gesundheitsfonds beim Landesverwaltungsgericht eingelegt.

Unklare Entscheidungsgrundlagen

Am 23. Dezember 2025 stellte die „Plattform für ein lebenswertes Bad Radkersburg“ eine umfangreiche Anfrage an den Gesundheitsfonds Steiermark. Diese Anfrage, die 14 Fragen umfasste und sich auf den Regionalen Strukturplan Gesundheit 2030 (RSG-St 2030) sowie die geplante Schließung der Orthopädie am LKH Bad Radkersburg konzentrierte, wurde am 28. Januar in einem dreiseitigen Schreiben beantwortet. Allerdings war die Plattform mit der Antwort unzufrieden, da die Informationen nur teilweise und unvollständig erteilt wurden. Daraus resultierte die Einlegung von Rechtsmitteln beim Landesverwaltungsgericht, um die vollständige Gewährung der begehrten Informationen zu erreichen.

Christian Neuhold betont, dass die Beantwortung von zwei erfahrenen Verwaltungsjuristen analysiert wurde, was die Grundlage für das Rechtsmittel bildete. Kritisch sieht er, dass es an einer Kostenrechnung sowie einer Wirtschaftlichkeitsanalyse fehlt, die für die Schließung der Orthopädie in Bad Radkersburg oder deren Neuerrichtung in Deutschlandsberg erforderlich sind. Ohne diese Informationen können massive finanzielle und strukturelle Entscheidungen nicht sachlich getroffen werden.

Herausforderungen in ländlichen Regionen

Die Situation in Bad Radkersburg wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Die medizinische und pflegerische Versorgung ist ein essenzieller Bestandteil der Daseinsvorsorge. Die Bevölkerung erwartet qualitativ hochwertige Gesundheitsdienstleistungen, unabhängig vom Wohnort. Doch in ländlichen Regionen sind diese oft nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Die geringe Bevölkerungsdichte führt zu großen Einzugsbereichen für medizinische Leistungserbringer, was für Patienten lange Anfahrtswege zur Folge hat.

Insbesondere ältere Menschen in ländlichen Regionen haben eine höhere Krankheitslast und benötigen mehr medizinische und pflegerische Versorgung. Innovative Versorgungsmodelle sind notwendig, um die medizinische und pflegerische Versorgung in diesen Gebieten zu verbessern. Kooperationen zwischen Gesundheitsberufen, telemedizinische Angebote und mobile Gesundheitsdienstleister könnten dazu beitragen, die Versorgung zu optimieren. Der Zielkonflikt zwischen Kosteneffizienz und Erreichbarkeit führt jedoch oft zu Schließungen von Abteilungen in ländlichen Krankenhäusern. Daher ist eine Integration der medizinischen Versorgung in die Daseinsvorsorgeplanung unabdingbar, um die Herausforderungen in ländlichen Regionen wie Bad Radkersburg angemessen zu bewältigen.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und den Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten können Sie die Berichte unter Krone und Kleine Zeitung nachlesen. Zudem bietet die Bundeszentrale für politische Bildung umfassende Informationen zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.