Im LKH Bad Aussee herrscht derzeit große Verunsicherung. Der Betriebsrat äußert massive Kritik an der Entscheidung, keine orthopädischen Eingriffe mehr durchzuführen. Dies führte zu einem Stopp aller geplanten Operationen, wobei lediglich akute Notfälle von dieser Regelung ausgenommen sind. Die Frustration unter den Mitarbeitern ist groß, betrifft sie doch nicht nur die Operateure, sondern auch die gesamten Operationsteams. Dies lässt sich nicht zuletzt an einem Vorfall festmachen, bei dem eine Patientin mit einer Schenkelfraktur weggeschickt wurde, weil an diesem Tag nur Patienten aus der Privatordination eines Spitalsarztes im OP eingeplant waren. Der betroffene Orthopäde wies den Vorwurf, dass nur Privatpatienten operiert würden, zurück und bezeichnete ihn als konstruiert (Kleine Zeitung).
Die Entscheidung, alle geplanten orthopädischen Eingriffe einzustellen, stammt von KAGes-Vorstand Gerhard Stark. Die Gründe liegen in Missständen in der OP-Planung. Es ist die Rede von einem „Gesundheitschaos“ in der Steiermark, was nicht zuletzt von der Opposition kritisiert wird. Landtagsabgeordneter Alexander Melinz bemängelt, dass Einschnitte in der Versorgung erst erfolgen sollten, wenn entsprechende Vereinbarungen mit dem LKH Bad Ischl abgeschlossen sind. Diese Situation wird von ihm als ein „Schlag ins Gesicht“ für die Menschen bezeichnet, die den Versprechen der Landesregierung Glauben geschenkt haben (Mein Bezirk).
Die Auswirkungen auf die Patienten
Die Situation betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern hat auch gravierende Auswirkungen auf die Patienten. Rund 35 Personen stehen aktuell auf der Warteliste für orthopädische Eingriffe. Diese Patienten sollen nun in anderen KAGes-Krankenhäusern operiert werden, was zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringt. SPÖ-Chef Max Lercher kritisierte die Unsicherheit und das Fehlen verbindlicher Zusagen für Betten in Oberösterreich oder Salzburg als mögliche politische Kalkulation, die die Menschen in der Steiermark enttäuscht.
Im Kontext der aktuellen Entwicklungen ist es wichtig, die langfristigen Planungen im Gesundheitswesen zu betrachten. Der RSG 2030 sieht eine Anpassung der regionalen Gesundheitsplanung vor, um den demografischen Wandel und die damit verbundenen Veränderungen zu berücksichtigen. Die Steiermark hat eine vergleichsweise alte Bevölkerung, und Prognosen bis 2030 zeigen einen leichten Bevölkerungszuwachs im Großraum Graz, während in den meisten anderen Bezirken ein Rückgang erwartet wird. Es wird daher notwendig sein, die Kapazitäten und die Struktur der Gesundheitsversorgung an diese Veränderungen anzupassen, um auch zukünftig eine qualitativ hochwertige und gleichwertige Versorgung sicherzustellen (Gesundheitsfonds Steiermark).
Ausblick auf die Zukunft
Die geplanten Maßnahmen im Rahmen des RSG 2030, wie der Ausbau von Gesundheitszentren und die Schaffung neuer Facharztzentren, könnten ein Lichtblick in der aktuellen Situation sein. Die Schaffung eines dichten Netzes an Angeboten und die Etablierung optimaler Leistungsabstimmungen sind wichtig, um in Zukunft derartigen Krisen besser begegnen zu können. Bis zum Jahr 2030 sind auch vermehrt ambulante und tagesklinische Eingriffe vorgesehen, um die Verweildauer in den Krankenhäusern zu reduzieren.
Die Unsicherheiten und Herausforderungen, die die aktuelle Situation im LKH Bad Aussee mit sich bringt, sind nicht zu unterschätzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen zeitnah Lösungen finden, um sowohl die Mitarbeiter als auch die Patienten nicht im Stich zu lassen und die Qualität der Gesundheitsversorgung in der Steiermark aufrechtzuerhalten.