Heute ist der 3.03.2026 und wir blicken auf ein spannendes Projekt im Nationalpark Gesäuse, das nicht nur lokal, sondern auch international von Bedeutung ist. Von Jänner bis Oktober 2025 beteiligt sich der Nationalpark an einem Pilotprojekt, das von der Universität Helsinki geleitet wird. Ziel dieses Vorhabens ist es, ein neues europaweites Register für ökologische Forschungsdaten zu testen, welches die Vergleichbarkeit von Daten in der Umweltforschung verbessern soll. In Zusammenarbeit mit dem Wegener Center für Klima und Globalen Wandel sowie der Universität Graz wird die Aufbereitung und Einspeisung von Vegetations- und Klimadaten in das zentrale Register vorangetrieben.
Dieser Pilotstudie liegt die Prüfung der Praxistauglichkeit des eLTER Digital Asset Registry (DAR) zugrunde. Das Projekt ist Teil von eLTER PLUS, einer Initiative zur Weiterentwicklung der europäischen Forschungsinfrastruktur für Langzeit-Ökosystemforschung. Die Vernetzung von Forschungsstandorten in Europa soll den Zugang zu harmonisierten Daten und Methoden erleichtern und die Untersuchung der Auswirkungen von Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Umweltverschmutzung und Ressourcennutzung fördern.
Herausforderungen und Lösungen
Im Nationalpark Gesäuse wird der Standort Gesäuse-Johnsbachtal für dieses Projekt genutzt. Hier ist man sich der Herausforderungen bewusst: Mangelnde Vergleichbarkeit von Daten, unterschiedliche Erhebungsmethoden und Messgenauigkeit stellen große Hürden dar. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind 13 Klimastationen im Nationalpark installiert, die Daten im Zehn-Minuten-Takt erfassen, darunter Temperatur, Niederschlag und Strahlung. Die Auswertung dieser großen Datenmengen ist ressourcen- und zeitintensiv, wobei künstliche Intelligenz unterstützend eingesetzt wird, jedoch nicht die fachliche Expertise ersetzen kann.
Die Notwendigkeit einheitlich erhobener und gut dokumentierter Daten wird besonders deutlich, wenn es darum geht, großräumige Entwicklungen zu untersuchen. Die Veröffentlichung dieser Daten in internationalen Datenregistern fördert nicht nur die Vernetzung, sondern auch die Qualitätssicherung in der Umweltforschung.
Ein Blick auf die eLTER Forschungsinfrastruktur
Die geplante eLTER Forschungsinfrastruktur (Research Infrastructure, RI) umfasst nationale Forschungsinfrastrukturen, ein eLTER Head Office und zentrale Services, die den Zugang zu Forschungsstandorten regeln sowie die Standardisierung und Harmonisierung von Daten und Produkten organisieren. Die nationale Bausteine der eLTER RI sind eLTER-Standorte für langfristige Beobachtungen und die Erforschung von Ökosystemen und der „Critical Zone“. Diese Standorte sowie die eLTSER-Plattformen für sozio-ökologische Forschung werden für Forschungs- und Bildungsaktivitäten zugänglich sein.
Seit 2018 ist eLTER auf der Roadmap des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) verankert, welches die strategischen Prioritäten der Europäischen Kommission widerspiegelt. Bis 2022 haben ca. 165 Institutionen aus 28 Ländern die eLTER-Absichtserklärung unterzeichnet, was die Unterstützung für die wissenschaftlichen Ziele der eLTER RI signalisiert. Politische Unterstützung kommt von den Ministerien aktuell 21 Länder, die die Initiative fördern.
Ein solches Vorhaben hat weitreichende Implikationen für die Umweltforschung in Europa und darüber hinaus. Es zeigt nicht nur den Bedarf an besserer Datenverfügbarkeit und -vergleichbarkeit, sondern auch die Notwendigkeit, nationale und internationale Anstrengungen zu bündeln, um den Herausforderungen des Klimawandels und der Biodiversität zu begegnen. Die Arbeit im Nationalpark Gesäuse ist somit nicht nur ein lokales, sondern ein bedeutender Beitrag zur globalen Umweltforschung.
Für weitere Informationen zu diesem spannenden Projekt und den aktuellen Entwicklungen in der Umweltforschung besuchen Sie die Seite der ARF und die UFZ.