Im Südburgenland hat sich ein besorgniserregender Asbestskandal entwickelt, der nicht nur die Region betrifft, sondern auch in die Oststeiermark und das Nordburgenland hinausreicht. Laut aktuellen Analysen von Greenpeace wurde stark asbesthaltiges Baumaterial in diesen Gebieten verwendet. Insbesondere in Hartberg, Neudau, Winden am See und Breitenbrunn wurden Proben entnommen, die Asbestwerte von über 50 Prozent aufwiesen. Diese alarmierenden Ergebnisse bringen die Gefahr mit sich, dass krebserregende Asbestfasern in die Luft gelangen können, was für die Bevölkerung ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellt.
In der Oststeiermark wurden Asbeststeine in der Nähe von Geschäften und auf dem Hauptplatz in Neudau gefunden. Greenpeace warnt vor den Gefahren, die von frei herumliegenden Asbeststeinen und Streusplitt ausgehen. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben bereits reagiert und den Schotter an den betroffenen Bahnsteigen abgedeckt und entfernt. Greenpeace fordert von den burgenländischen und steirischen Landesregierungen sofortige Maßnahmen, um die Bevölkerung zu schützen.
Schutzmaßnahmen und Empfehlungen
Die ÖBB wurde über die Testergebnisse informiert, und Greenpeace sieht großen Handlungsbedarf. Betroffene Bahnhöfe im Nordburgenland sind Breitenbrunn und Winden am See. In einem weiteren Schritt empfehlen die Umweltschützer eine umfassende Überprüfung der Steinbrüche, insbesondere der beiden steirischen Steinbrüche in Preg und Lobming, die weniger als 0,1 Prozent Asbest enthielten – und damit unterhalb des Grenzwertes für gefährlichen Abfall liegen. Greenpeace hat eine Übersichtskarte mit Asbestfunden in Österreich veröffentlicht, die auf ihrer Webseite verfügbar ist.
Zusätzlich zu den akuten Gefahren durch Asbest in Baustellenmaterialien ist es wichtig, zu wissen, dass Asbest auch weiterhin in der Umwelt und in Wohnbereichen vorhanden ist. Vor dem Verbot wurde Asbest in langlebigen Bauprodukten verwendet, und es gibt verschiedene Arten von Asbestprodukten. Eine Unterscheidung zwischen schwach und fest gebundenen Asbestprodukten ist dabei entscheidend. Schwach gebundener Asbest, der oft in Spritzasbest vorkommt, kann durch Erschütterungen und Alterung leicht Fasern freisetzen. Auch ältere Bodenbeläge aus den 1960er Jahren können Asbest enthalten und stellen ein Risiko dar. (Umweltbundesamt)
Langfristige Gesundheitsrisiken und Aufklärung
Fest gebundener Asbest, wie er in Asbestzementprodukten vorkommt, gilt als weniger gefährlich, solange die Produkte intakt sind und nicht bearbeitet werden. Kritisch wird es erst bei Arbeiten, die solche Produkte zerstören oder mechanisch bearbeiten, da hierbei Asbestfasern freigesetzt werden können. Häufig sind sich die Menschen nicht bewusst, welche Asbestarten in ihren Immobilien verbaut wurden, und unterschätzen die Risiken bei Renovierungen oder Sanierungen. (ORF Burgenland)
Es ist klar: Der Handlungsbedarf ist dringend. Die betroffenen Regionen brauchen nicht nur aktuelle Analysen, sondern auch langfristige Strategien zur Aufklärung und zum Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren durch Asbest.