In einem erschütternden Vorfall hat sich am 10. Juni 2025 ein Amoklauf an der Schule BORG Dreierschützengasse in Graz ereignet. Der 21-jährige Täter betrat die Einrichtung um 9:43 Uhr mit einem Rucksack, der mit Waffen und Munition beladen war. 48 Stunden nach dem schockierenden Ereignis gaben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Details zu den Ermittlungsergebnissen bekannt. Insgesamt verloren zehn Menschen, darunter neun Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin, die der Täter von früher kannte, ihr Leben.

Wie [derStandard] berichtet, schoss der Hochschulabbrecher mit einer Glock 19 und einer abgesägten Schrotflinte wahllos auf seine Opfer. Der Amoklauf dauerte lediglich sieben Minuten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich schätzungsweise 350 bis 400 Schülerinnen und Schüler im Gebäude. Fünfzehn Minuten nach dem Blutbad traf die erste Polizeistreife ein, konnte jedoch keine Schüsse mehr wahrnehmen. Der Täter nahm sich anschließend in der Toilette das Leben.

Das Profil des Täters

Das, was die Ermittler über den Täter herausfanden, ist besonders beunruhigend. Er hatte keine vorherige polizeiliche Auffälligkeit und war den Behörden somit nicht bekannt. Laut Ermittler Lohnegger war er jedoch offenbar gut mit Munition versorgt. Die Tat ließ die Frage aufkommen, ob bestehende Waffengesetze ausreichen, um derartige Tragödien zu verhindern.

Umso mehr wird in der Gesellschaft über mögliche Reformen diskutiert. [ORF] hebt hervor, dass trotz bereits bestehender gesetzlicher Verschärfungen, die solche Vorfälle hätten verhindern sollen, das Risiko von Amokläufen nicht restlos gebannt werden kann. Weitere Länder wie das Vereinigte Königreich haben bereits nach ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit strenge Waffengesetze eingeführt, doch gelingt es auch dort nicht, die stetig steigende Gewalt an Schulen vollständig zu unterbinden.

Der Kontext der Diskussion

Diese tragischen Ereignisse reißen große Wunden und rufen eindringlich nach einer umfassenden Diskussion über Waffengesetze und Präventionsstrategien. In Deutschland wurden nach Amokläufen wie in Erfurt und Winnenden die Waffengesetze massiv verschärft. Mindestalter für Sportschützen wurden angehoben, psychologische Tests wurden eingeführt und auch die Menge an Munition, die privat besessen werden darf, ist begrenzt.

Die nachfolgende Debatte um einen generellen Verbot von Schusswaffen zeigt, dass gesellschaftliche Veränderungen dringend notwendig sind. Dennoch zeigen sich die Herausforderungen: Ein Anstieg an Messerangriffen an Schulen in Deutschland seit 2020 verdeutlicht, dass Gewalt an Schulen nicht einfach durch das Verbot von Waffen gelöst werden kann. Auch in Schottland haben sich die Zahlen von Messerangriffen und Waffenfunden an Schulen stark erhöht.

Die Eltern und Schülerinnen und Schüler in Graz stehen aufgewühlt vor einem großen Scherbenhaufen. Es wird wohl noch lange dauern, bis die Fragen nach den Hintergründen und den Präventionsmaßnahmen in einer breiteren Gesellschaftsdebatte endlich die Beachtung finden, die sie verdienen.

Weitere Informationen zu den Hintergründen und den Entwicklungen in der Thematik finden Sie in den Berichten von [derStandard], [ORF] und [kurier].