Heute ist der 19.02.2026 und in Zell am See ist die Lawinenwarnstufe auf 4 „groß“ angehoben worden. Bernd Tritscher, der Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau, warnt eindringlich vor den gefährlichen Bedingungen auf Salzburgs Bergen. Insbesondere Altschnee verursacht erhebliche Probleme, und bereits gestern gab es zahlreiche Lawinenabgänge. Ein Wetterumschwung wird die Schneedecke zusätzlich instabil machen, was die Situation weiter verschärfen könnte. Tritscher appelliert an alle Wintersportler, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen, da vor allem ab der Waldgrenze auf steilen Hängen Lebensgefahr besteht.
Die Schneeverhältnisse beschreibt Tritscher als einen „gefährlichen Cocktail“ aus Altschnee, Triebschnee und Neuschnee. Besonders für erfahrene Tourengeher sind die Gefahrenstellen schwer erkennbar. Variantenfahrer werden aufgefordert, defensiv zu fahren und im flachen Gelände zu bleiben. Claudia Riedl von Geosphere Austria bestätigt, dass keine Entspannung der Wettersituation in Sicht ist. In der Nacht zum Freitag und am Freitagvormittag wird mit 5 bis 20 cm Neuschnee gerechnet, in höheren Lagen sind sogar bis zu 30 cm möglich. Außerdem wird für das Wochenende eine Warmfront erwartet, die sowohl Regen als auch ab 1.800 Metern starken Schneefall mit sich bringt, was zu weiteren Nassschneeproblemen in tiefen und mittleren Lagen führen kann.
Akute Lebensgefahr abseits der Pisten
Die Lawinengefahr ist nicht nur in den Hohen Tauern, sondern auch in den Kitzbüheler Alpen akut. Experten warnen vor einer „großen Lawinengefahr“ der Stufe 4. Die Ursache hierfür liegt im instabilen Aufbau der Altschneedecke, kombiniert mit frischem Neuschnee und starkem Wind, der die Schneeverteilung weiter destabilisiert. Bergrettung und Meteorologen raten eindringlich davon ab, vom gesicherten Skiraum abzusehen, da sich oberhalb der Waldgrenze akute Lebensgefahr ergibt.
Die Temperaturen im Hochgebirge liegen bei minus acht Grad, während in tieferen Lagen schwerer, feuchter Schnee zu erwarten ist. In den kommenden Tagen wird eine Wetterberuhigung erst am Dienstag oder Mittwoch erwartet. Für Wintersportler ist daher der tägliche Lawinenbericht, der kostenlos verfügbar ist, von großer Bedeutung. Dieser kann sowohl in der Land Salzburg App als auch auf den entsprechenden Websites abgerufen werden.
Gesicherte Pisten versus Freeriding
Abseits der Pisten unterwegs zu sein, ist für viele ein Traum, inspiriert durch soziale Medien. Dr. Stefan Winter, Berg- und Skiführer, warnt jedoch vor einer verzerrten Darstellung der Risiken. Jährlich sterben etwa 100 Menschen bei Lawinen-Unglücken in den europäischen Alpen. Lawinen können nur in Gelände mit einer Hangneigung von über 30 Grad abgehen. Wer sich also abseits der präparierten Winterwanderwege bewegen möchte, sollte sich der Gefahren bewusst sein und über die nötige Notfallausrüstung verfügen.
Eine Faustregel zur Einschätzung der Hangneigung lautet: Geradewegs nach oben gehen = weniger als 30 Grad; Kehren oder schräg gehen = steiler Hang. Die Lawinengefahr ist bereits ab den ersten Schneefällen vorhanden, und tagesaktuelle Lawinenberichte sind entscheidend für die Sicherheit. Pistenbetreiber treffen umfangreiche Sicherungsmaßnahmen, um die Lawinengefahr zu minimieren. Wer dennoch abseits der Pisten unterwegs sein möchte, sollte mit der Lawinen-Notfall-Ausrüstung umgehen können und Grundkenntnisse in der Tourenplanung haben.
Insgesamt bleibt die Situation angespannt. Die Kombination aus intensiven Schneefällen, starkem Wind und instabilen Schneeverhältnissen stellt eine ernsthafte Bedrohung für alle Wintersportler dar. Die Bergrettung appelliert daher eindringlich an alle, die Sicherheit auf den gesicherten Pisten nicht zu gefährden und die aktuellen Wetter- und Lawinenberichte aufmerksam zu verfolgen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von SN.at und Salzburg24.at.