Heute ist der 29.03.2026. In Zell am See erinnern wir uns an einen der faszinierendsten Künstler des 20. Jahrhunderts: Friedensreich Hundertwasser. Der am 15. Dezember 1928 in Wien geborene Künstler, bürgerlich Friedrich Stowasser, hinterließ ein einzigartiges Erbe in der Kunst- und Architekturwelt. Er war nicht nur Maler und Architekt, sondern auch ein leidenschaftlicher Umweltschützer. Sein Künstlername „Hundertwasser“ entstand 1949 durch die Eindeutschung der ersten Silbe seines bürgerlichen Namens. Mit seinem Vornamen „Friedensreich“ verband er seine künstlerische Identität mit seinen Idealen des Friedens.
Hundertwasser war ein vehementer Gegner der „geraden Linie“ und der Standardisierung. Diese Überzeugung spiegelte sich sowohl in seiner Baugestaltung wider als auch in seiner Philosophie, die die Natur in die Architektur einbezog. Er entwarf zahlreiche Bauwerke, darunter das berühmte Hundertwasserhaus in Wien und die Müllverbrennungsanlage Spittelau. Seine Leidenschaft für die Natur führte ihn dazu, über 100.000 einheimische Bäume in Neuseeland zu pflanzen und sich aktiv für ökologische Projekte einzusetzen. Zudem war er ein Verfechter der Humustoilette und der Pflanzenkläranlage, was seine innovative Denkweise über Bau und Umwelt unterstreicht.
Das künstlerische Schaffen
Hundertwasser besuchte die Montessori-Schule in Wien, wo er für seinen „außergewöhnlichen Formen- und Farbensinn“ gelobt wurde. Nach der Matura 1948 studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste, brach dieses Studium jedoch ab, um seine künstlerische Freiheit auszuleben. Seine ersten Ausstellungen hatte er in den frühen 1950er Jahren in Wien, Mailand und Paris, wo er Teil der avantgardistischen Kunstszene wurde. 1962 erhielt er bei der Biennale in Venedig eine Retrospektive, die seinen Status als bedeutenden Künstler weiter festigte.
Neben seinen Malereien entwarf Hundertwasser auch viele bemerkenswerte Architekturmodelle. Dazu gehören das Hundertwasser-Haus, das 1986 eröffnet wurde, sowie die KunstHausWien, die 1991 ihre Pforten öffnete. Auch in der Architektur zeigte er seinen eigenwilligen Stil, der sich durch organische Formen und lebendige Farben auszeichnete. Zu seinen weiteren Projekten zählen die Kindertagesstätte Heddernheim (1987) und die Quixote Weinkellerei (1991), die beide unter seiner einzigartigen Handschrift entstanden.
Ökologisches Engagement und Vermächtnis
Hundertwasser war nicht nur Künstler, sondern auch ein Pionier im Bereich Umweltschutz. 1975 veröffentlichte er das Manifest „Inquilino Albero“, in dem er sich für die Verbindung von Architektur und Natur stark machte. 1998 gründete er die Hundertwasser-Stiftung, die es sich zur Aufgabe machte, sein Werk zu erhalten und fortzusetzen. Trotz seines großen künstlerischen Erfolges hinterließ er beim Tod am 19. Februar 2000 einen überschuldeten Nachlass, was zu Spannungen führte, insbesondere mit seiner Tochter, die sich um ihr Erbe betrogen fühlte.
Hundertwasser starb an Bord der Queen Elizabeth 2 vor Brisbane und wurde am 3. März 2000 in Neuseeland beerdigt. Sein Werk lebt jedoch weiter – nicht nur in den zahlreichen Museen weltweit, in denen seine Werke ausgestellt sind, sondern auch in den Herzen der Menschen, die seine Philosophie der Verbindung zwischen Mensch, Architektur und Natur schätzen. Seine Architekturmodelle, wie das Fernwärmewerk Spittelau (1989) und die AGIP Tankstelle (1989), zeugen von seiner kreativen Energie und seinem Engagement für eine nachhaltige Bauweise. Für viele gilt Hundertwasser nicht nur als Künstler, sondern als Visionär, der die Welt ein Stück weit bunter und lebenswerter gemacht hat.
Mehr über Hundertwassers Architektur und seine Philosophie finden Sie auf seiner Webseite.
Für all jene, die mehr über die kulturellen und historischen Zusammenhänge seines Schaffens erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in die umfangreiche Literatur über die Kunst des 20. Jahrhunderts. Hundertwasser bleibt ein unvergesslicher Teil dieser Geschichte, und sein Erbe wird weiterhin die Generationen inspirieren, die nach ihm kommen.





