Am Osterwochenende, genauer gesagt am 3. und 4. April 2026, wurde das Salzburger Land von einem tragischen Lawinenunglück erschüttert. In Obertauern kam ein 40-jähriger Skitourengeher aus der Slowakei ums Leben, nachdem er seit dem Nachmittag des Karfreitags vermisst war. Die Suche nach dem Mann, die am Karfreitag mit 15 Bergrettungskräften und einem Polizeihubschrauber begann, musste aufgrund starker Windböen und der damit verbundenen schlechten Wetterbedingungen vorübergehend abgebrochen werden. Erst am Karsamstag, den 4. April, konnte die Suche mit rund 60 Bergrettungskräften und mehreren Einsatzteams fortgesetzt werden.

Die Lawine, die sich im Bereich der Plattenspitze löste, hatte eine Breite von etwa 150 Metern und eine Länge von 200 Metern und war im freien Gelände abgegangen. Der Vermisste wurde schließlich am Karsamstag um 10:50 Uhr in einem Lawinenkegel in rund 2,5 Metern Tiefe gefunden. Trotz des Einsatzes von Lawinensonden und des Recco-Ortungssystems konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Er trug einen Lawinen-Airbag, jedoch kein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), was die Suche zusätzlich erschwerte. Die Lawine war bei einer Warnstufe von zwei, also „mäßig“, abgegangen, was die Gefahrenlage nicht sofort erkennbar erscheinen ließ.

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Herausforderungen bei der Suche

Die Suche nach dem Skitourengeher war von zahlreichen Schwierigkeiten geprägt. Am Samstag waren über 85 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter mehr als 60 Bergretter:innen, fünf Hundeführer und die Alpinpolizei. Unterstützung erhielten sie von der Feuerwehr St. Johann im Pongau sowie dem Katastrophenzug des Roten Kreuzes und einem Kriseninterventionsteam. Trotz der Bemühungen, die Einsatzkräfte mit Hubschraubern zum Lawinenkegel zu transportieren, konnten diese aufgrund des schlechten Wetters nicht weiterfliegen.

Die Lawinenlage in Salzburg bleibt auch nach diesem Vorfall tückisch. Fachleute warnen vor der Stabilität der Schneedecke, insbesondere an Übergängen von wenig auf viel Triebschnee. Wintersportler:innen werden dringend aufgefordert, die aktuellen Lawinenberichte zu prüfen und vollständige Notfallausrüstung, einschließlich LVS, Sonde und Schaufel, mitzuführen. In kritischen Situationen, wie einem Lawinenabgang, sollte sofort ein Notruf abgesetzt werden, während parallel Kameradenrettungen mit LVS-Suche durchgeführt werden.

Wie man sich im Notfall verhält

Bei einem Lawinenabgang ist die Schnelligkeit der organisierten Bergrettung entscheidend für die Überlebenschancen der Verschütteten. Ein Notruf sollte umgehend abgesetzt werden, während die Kameradenrettung mit LVS-Suche erfolgt. Es ist ratsam, lokale Notfallnummern im Handy zu speichern und gegebenenfalls kostenlose Notfall-Apps zu nutzen, die den Notruf, den Standort und zusätzliche Informationen übermitteln. In Österreich ist die spezielle Nummer für die Bergrettung die 140.

Die Tragödie in Obertauern verdeutlicht einmal mehr die Gefahren, die im alpinen Raum lauern, und die Wichtigkeit einer gründlichen Vorbereitung auf Skitouren. Die Lawinenberichte sollten stets beachtet werden, um das Risiko für sich und andere zu minimieren. Für weitere Informationen zu Lawinenrettung und Sicherheit in den Bergen können Interessierte die Sicherheitsakademie von Ortovox konsultieren.