Am Anfang des Monats Februar 2026 fand in St. Johann im Pongau ein spannender Workshopvormittag für Maturantinnen der HLW Elisabethinum statt. Die Veranstaltung, die in der Kardinal-Schwarzenberg-Akademie organisiert wurde, bot den Schülerinnen die Gelegenheit, ihr Wissen über die Pflegebranche zu erweitern und verschiedene berufliche Zukunftswege kennenzulernen. Die Schulleitung des Elisabethinums betonte die Bedeutung solcher praxisnahen Kooperationen für die Berufsorientierung der Schülerinnen, die in der heutigen Zeit besonders wertvoll sind.
Der Workshop bestand aus drei Stationen, die unterschiedliche praktische Erfahrungen vermittelten. Im ersten Workshop durften die Teilnehmerinnen eine VR-Brille nutzen, um Pflegesituationen zu simulieren. Dies förderte nicht nur die Empathie, sondern auch das situative Handeln. In der zweiten Station erhielten die Schülerinnen fachkundige Anleitung bei praktischen Übungen zur Blutabnahme, Blutzuckermessung und subkutanen Injektionen. Den Abschluss bildete der Einsatz der Trainingspuppe „Nursing Anne“, mit der typische Pflegesituationen wie Wundversorgung geübt werden konnten. Agnes Wimmer, die Direktorin der Akademie, informierte zudem über Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege in der Pflege.
Innovative Ansätze in der Pflegeausbildung
Der Einsatz von Virtual Reality (VR) in der Pflegeausbildung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. VR bietet eine simulierte Wirklichkeit, in der Benutzerinnen interagieren und sich bewegen können. Dies ist besonders wertvoll in der Pflegebranche, die vor enormen Herausforderungen steht, wie dem Fachkräftemangel und den steigenden Anforderungen an die Patientenversorgung. VR kann dazu beitragen, den Alltag von Patientinnen mit eingeschränkter Mobilität zu bereichern. Beispielsweise ermöglichen virtuelle Ausflüge in vertraute und angenehme Umgebungen eine entspannende Erfahrung für die Patienten.
In der Ausbildung angehender Pflegekräfte ermöglicht VR das Training komplexer medizinischer Szenarien in einer realitätsnahen Umgebung. Eine US-amerikanische Studie hat gezeigt, dass Pflegeauszubildende mit VR effektiver lernen als in der klinischen Praxis. Auch in Deutschland, etwa im Helios Bildungszentrum Wiesbaden, wurden VR-Brillen eingesetzt, was zu besseren Notendurchschnitten führte. Solche innovativen Ansätze zeigen, dass VR nicht nur eine Ergänzung zur klassischen Ausbildung, sondern eine echte Chance zur Optimierung der Patientenversorgung darstellt.
Chancen und Herausforderungen der VR-Nutzung
Die Integration von VR in die Pflegeausbildung wird als vielversprechend eingeschätzt. Besonders in Bereichen, in denen reale Trainingsbedingungen schwer herzustellen sind, wie im Umgang mit demenziell Erkrankten, kann VR wertvolle Erfahrungen bieten. Die Bamberger Akademien für Gesundheitsberufe in Bayern haben bereits über 550 Auszubildende, die von solchen innovativen Lehrmethoden profitieren. Frank Feick, Medizinpädagoge und Leiter des Bereichs SimBaLL, entwickelt didaktische Konzepte zur effektiven Nutzung von VR in der Pflegeausbildung.
Die Vorteile von VR sind zahlreich: höhere Lernmotivation, individuelle Anpassung an Lernbedürfnisse und bessere Visualisierung komplexer Inhalte. Eine Befragung unter Auszubildenden ergab, dass fast alle VR als sinnvolle Ergänzung zur klassischen Ausbildung bewerten. Dennoch gibt es Herausforderungen wie technische Latenzen und die Notwendigkeit einer gut strukturierten Einführung. Die zukünftige Nutzung von VR in der Pflegeausbildung erfordert daher eine sorgfältige didaktische Einbettung.
Insgesamt zeigt der Workshop an der Kardinal-Schwarzenberg-Akademie, dass praxisnahe Erfahrungen und innovative Technologien wie VR die Berufsorientierung und Ausbildung in der Pflege nachhaltig bereichern können. Dies ist nicht nur für die Schülerinnen des Elisabethinums von Bedeutung, sondern stellt auch einen wichtigen Schritt in die Zukunft der Pflegebranche dar. Für weitere Informationen zu den Themen der VR-Nutzung in der Pflegeausbildung können Sie die umfassenden Artikel auf pflegekraft-mehralseinberuf.de und gesundheit-digital-forum.de nachlesen.