Am 25. Februar 2026 wurde im Skigebiet St. Johann im Pongau ein tragischer Lawinenunfall gemeldet, der das Leben eines 32-jährigen Einheimischen forderte. Nach einer Variantenabfahrt am Gernkogel wurde der Mann von seiner Freundin als vermisst gemeldet. Die Bergrettung St. Johann wurde umgehend alarmiert, um nach dem Abgängigen zu suchen. Letzte Registrierungen des Mannes zeigten, dass er gegen 10:30 Uhr an der Straßalmbahn war.
Die Einsatzkräfte suchten das Gelände mit Skidoos und konzentrierten sich auf die Pistenränder, da zu diesem Zeitpunkt eine gefährliche Lawinensituation herrschte. Sie entdeckten drei Lawinenkegel und überprüften diese mit Hunden und LVS-Geräten. Eine Handyortung der Polizei ergab schließlich die genaue Position des Verunglückten, der sich weit abseits der präparierten Pisten befand.
Die Gefahren der Natur
Der 32-Jährige wurde in einer Nassschneelawine gefunden, die er selbst ausgelöst hatte. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte oberhalb der Waldgrenze die Lawinenwarnstufe 4, was auf eine erhebliche Gefahr hinweist. Diese Stufe ist Teil einer fünfteiligen Gefahrenklassifikation, die von europäischen Lawinenwarndiensten 1993 vereinheitlicht wurde. Die Skala berücksichtigt Faktoren wie die Schneedeckenstabilität, die Häufigkeit von Gefahrenstellen im Gelände und die potenzielle Lawinengröße. Bei Stufe 4 ist die Gefahr für Leib und Leben signifikant erhöht, was im Fall des 32-Jährigen tragisch deutlich wurde. Der Mann wurde durch die Lawine mitgerissen und gegen einen Baum geschleudert, was zu seinen tödlichen Verletzungen führte.
Der Einsatz der Bergrettung, die um 20:20 Uhr beendet wurde, war umfassend: Insgesamt waren 23 Mitglieder der Bergrettung St. Johann, drei Hundeführer, die Alpinpolizei, ein Hubschrauber-Team sowie die Freiwillige Feuerwehr St. Johann mit drei Drohnenteams im Einsatz. Mitarbeiter der Bergbahnen St. Johann waren ebenfalls in die Suche involviert.
Wichtige Warnungen für Wintersportler
Experten warnen eindringlich vor den Gefahren des Freeridings, insbesondere bei erhöhter Lawinenwarnstufe. Auch wenn der Skifahrer gut ausgerüstet und mit ausgezeichneten Kenntnissen des Gebiets ausgestattet war, wurde er beim Befahren eines etwa 40 Grad steilen Geländes außerhalb der präparierten Pisten von der Lawine erfasst. Die Behörden raten dringend, bei solchen Bedingungen auf gesicherte Pisten auszuweichen und aktuelle Lawinenwarnungen ernst zu nehmen.
Die Tragödie in St. Johann ist nicht der erste Vorfall dieser Art, und die Risiken, die mit dem Skifahren im freien Gelände verbunden sind, sollten nicht unterschätzt werden. Ein jüngerer Fall in Kirchberg in Tirol, bei dem ein 20-jähriger Skifahrer unter einer Lawine verschüttet wurde, zeigt, wie schnell sich die Situation ändern kann. Auch hier war das Gelände steil, und trotz der Bemühungen seiner Begleiter konnte der junge Mann erst nach 20 Minuten befreit werden.
Angesichts der aktuellen Lawinensituation und der ständigen Warnungen des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) ist es entscheidend, sich der Risiken bewusst zu sein und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Hänge mit mehr als 30 Grad Neigung sollten gemieden werden, und eine vollständige Notfallausrüstung ist unerlässlich, um im Ernstfall gewappnet zu sein.
Die tragischen Ereignisse in St. Johann und anderen Skigebieten unterstreichen die Notwendigkeit, die Gefahren des Wintersports ernst zu nehmen und sich entsprechend vorzubereiten. Informieren Sie sich stets über die aktuellen Bedingungen und nehmen Sie die Hinweise der Experten zu Herzen.