Am 25. Februar 2026 wurde im Bereich des Gernkogels in St. Johann im Pongau eine großangelegte Suchaktion nach einem vermissten Variantenfahrer gestartet. Der 32-jährige Einheimische wurde von seiner Freundin als abgängig gemeldet, woraufhin die Polizei alarmiert wurde. An der Suche beteiligten sich zahlreiche Einsatzkräfte, darunter die Alpinpolizei, Hundeführer der Bergrettung sowie die Freiwillige Feuerwehr St. Johann, die mit drei Drohnenteams vor Ort waren. Auch Mitarbeiter der Bergbahnen St. Johann unterstützten die Aktion. Die letzte Verwendung des Skitickets des Vermissten wurde um 10:30 Uhr bei der Straßalmbahn registriert.
Nach der Auffahrt mit der Gondel wurde das Gebiet in mehrere Teams aufgeteilt, um die Suche effizient zu gestalten. Das Suchgebiet wurde anhand der letzten bekannten Position des Vermissten eingegrenzt. Aufgrund der aktuellen Lawinensituation entschied man sich, auf das Einfahren ins freie Gelände zu verzichten und konzentrierte sich stattdessen auf den Pistenrand sowie angrenzende Bereiche. Dabei wurden auch drei Lawinenkegel kontrolliert. Dank einer Handyortung durch die Polizei konnte die genaue Position des Vermissten ermittelt werden, der sich abseits der gesicherten Pisten befand.
Tragischer Fund und Bergung
Der vermisste Variantenfahrer wurde schließlich auf einer Nassschneelawine gefunden. Leider kam die Hilfe zu spät, und der Mann wurde trotz aller Bemühungen der Einsatzkräfte nicht mehr lebend geborgen. Die Bergung musste aufgrund der steilen und lawinengefährdeten Lage auf den darauffolgenden Vormittag verschoben werden. Der Einsatz wurde um 20:20 Uhr beendet. Insgesamt waren 23 Bergretterinnen und Bergretter, drei Hundeführer, die Alpinpolizei sowie die Freiwillige Feuerwehr St. Johann und die Mitarbeiter der Bergbahnen im Einsatz, um die Suche und die anschließende Bergung durchzuführen.
Diese tragische Situation verdeutlicht die Gefahren, die mit dem Wintersport verbunden sind, insbesondere in lawinengefährdeten Gebieten. Martin Stifter, der Ortsstellenleiter und Einsatzleiter in St. Johann, betonte die Herausforderungen, die bei der Suche nach vermissten Personen in solch unberechenbaren Bedingungen bestehen. Die Kombination aus hervorragender Ausstattung und der schnellen Reaktion der Einsatzkräfte war entscheidend, auch wenn das traurige Ende der Suche nicht das gewünschte Ergebnis brachte.
Alpine Sicherheit im Fokus
Um die Sicherheit im alpinen Raum zu erhöhen, wird auch in Zukunft an der Verbesserung der Zusammenarbeit und der Analyse von Unfällen gearbeitet. In diesem Zusammenhang wird das Fachmagazin „analyse:berg“ nach Ostern 2024/25 veröffentlicht, herausgegeben vom Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) in Tirol. Diese Ausgabe wird, mit Unterstützung des Bayerischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, einen detaillierten Überblick über alpine Unfälle und deren Ursachen geben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Winterdisziplinen wie Ski-Touren, Varianten und Pisten. Neu sind auch Infografiken zu Verschüttungstiefen, -zeiten und verschiedenen Rettungsarten.
Die laufende Analyse und Berichterstattung über alpine Unfallgeschehen soll dazu beitragen, die Sicherheit im Gebirge zu erhöhen. Dies ist nicht nur für die Einsatzkräfte von Bedeutung, sondern auch für alle Wintersportler, die sich in den Bergen bewegen. Die tragischen Ereignisse wie die Suche nach dem vermissten Variantenfahrer am Gernkogel sind Mahnmale für die Notwendigkeit, die Risiken im alpinen Raum stets im Blick zu haben und sich der Gefahren bewusst zu sein. Weitere Informationen können in den aktuellen Studien und Publikationen zum Thema alpine Sicherheit gefunden werden, wie beispielsweise in der kommenden „analyse:berg“ Ausgabe.
Für mehr Details zu diesem Vorfall, lesen Sie auch die Berichte auf polizei.news und 5min.at.