Heute ist der 15.02.2026 und in Salzburg-Umgebung wird ein heiß diskutiertes Thema immer präsenter: die Videoüberwachung an öffentlichen Orten. Der Innenminister Gerhard Karner aus der ÖVP hat massive Pläne angekündigt, die Videoüberwachung in Linz auszuweiten. Diese Maßnahme wird von der FPÖ als „längst überfälliger Schritt“ begrüßt, während die Grünen vehement widersprechen. Das Thema polarisiert die Gemüter und wirft Fragen über Sicherheit und Grundrechte auf.

Sicherheitsstadtrat Michael Raml hat bereits eine Liste von Orten erstellt, die von der geplanten Videoüberwachung profitieren könnten. Dazu zählen unter anderem der Areal vor dem Hauptbahnhof, der Volksgarten sowie das Gebiet rund um das Krempl-Hochhaus. Raml verweist auf den Erfolg der bestehenden Kameras in der Altstadt und der Unterführung am Hinsenkampplatz und sieht die Maßnahmen als notwendig an, um die öffentliche Sicherheit zu erhöhen.

Kritik von den Grünen

Den Plänen von Innenminister Karner und Sicherheitsstadtrat Raml stehen jedoch die Linzer Grünen kritisch gegenüber. Klubobmann Helge Langer äußert, dass solche Maßnahmen eine Einschränkung der Grundrechte darstellen und bezweifelt die Wirksamkeit der Kameras zur Erhöhung der Sicherheit. Er fordert eine offene Gestaltung öffentlicher Räume und argumentiert, dass die sozialen Ursachen von Unsicherheit, wie Armut und Wohnungslosigkeit, nicht ignoriert werden dürfen.

Langer fordert stattdessen ein Gesamtpaket zur Verbesserung der Sicherheit, das auch den Ausbau der Sozial- und Präventionsarbeit sowie die Präsenz geschulter Streetworker umfasst. Diese Perspektive zeigt auf, dass Sicherheit nicht nur durch technische Mittel, sondern auch durch soziale Maßnahmen gewährleistet werden sollte.

Ein widerstreitendes Bild

Die Debatte um die Videoüberwachung verdeutlicht ein widerstreitendes Bild: Auf der einen Seite steht das Bedürfnis nach mehr Sicherheit in öffentlichen Räumen, auf der anderen Seite die Sorge um den Verlust von Grundrechten und die Effektivität solcher Maßnahmen. Der Erfolg der bestehenden Kameras in Linz könnte als Argument für eine Ausweitung herangezogen werden, doch bleibt die Frage, ob mehr Kameras tatsächlich zu mehr Sicherheit führen.

Für viele Bürger ist es wichtig, dass öffentliche Räume einladend und sicher sind, ohne dass sie unter Generalverdacht stehen. Die Diskussion um die Videoüberwachung zeigt, wie komplex diese Thematik ist und dass es keinen einfachen Lösungsansatz gibt. Die unterschiedlichen Ansichten zu diesem Thema könnten langfristige Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl und die Lebensqualität in unseren Städten haben. Weitere Informationen finden Sie auf Krone.at.