In der malerischen Umgebung Salzburgs hat sich das Quartier Riedenburg zu einem bemerkenswerten Modell für das Zusammenleben von Jung und Alt entwickelt. Die Wohnanlage, gelegen in der Leopoldskronstraße, umfasst stolze 360 Wohnungen, von denen etwa 40 speziell für Betreutes Wohnen vorgesehen sind. Hier finden nicht nur Senioren ein Zuhause, sondern auch Familien, Paare und Singles. Eine der Bewohnerinnen, Marianne R., fühlt sich in der Anlage pudelwohl und hat in den letzten sechs Jahren zahlreiche Freundschaften geschlossen. Sie suchte vor ihrem Einzug nach einer passenden Lösung für ihre Wohnsituation im Alter und ist nun überzeugt, dass sie ihren Lebensabend in Riedenburg verbringen möchte.

Die Bedeutung der Vernetzung zwischen den Generationen wird von Antje Kindler-Koch, der Leiterin der Stadtteil- und Quartiersarbeit im Diakoniewerk, besonders betont. Im Quartier Riedenburg finden regelmäßig vielfältige Aktivitäten statt, darunter Gesundheitssprechstunden, Kaffeenachmittage, Bewegungskurse und Lesungen. Diese Veranstaltungen fördern nicht nur die soziale Interaktion, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden der Bewohner. Zudem gibt es einen Spielplatz und einen wöchentlichen Spielebus, die insbesondere Familien unterstützen und die Vernetzung untereinander stärken.

Betreutes Wohnen und Stützpunktwohnen

Das Betreute Wohnen in Riedenburg umfasst ein Erstgespräch vor dem Einzug, eine kontinuierliche Betreuung in der Anlage sowie verschiedene Angebote, die den Bewohnern zur Verfügung stehen. Der Bedarf an solchen Wohnformen wird voraussichtlich weiter steigen, was sich in der Vielzahl an Anfragen aus der Stadt und den angrenzenden Regionen widerspiegelt. Damit ältere Menschen, die mindestens 60 Jahre alt sein müssen, in das Betreute Wohnen einziehen können, erfolgt die Vergabe der Wohnungen durch den Wohnservice der Stadt Salzburg.

Parallel zu diesem Angebot gibt es in Riedenburg auch den Betreuungsstützpunkt für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen, die alltägliche Routinetätigkeiten selbstständig verrichten können. Dieses Angebot ist besonders flexibel, da es keine durchgehende Anwesenheit von Betreuungspersonen erfordert und die Unterstützung je nach individuellem Bedarf genutzt werden kann. Es stehen 10 barrierefreie Wohnungen zur Anmietung bereit, die zwischen 32 m² und 44 m² groß sind. Hierbei tragen die Bewohner selbst die Miete und Betriebskosten, und der Zugang erfolgt ebenfalls über ein Erstgespräch in Abstimmung mit dem Psychosozialen Dienst des Landes Salzburg. Die Ziele dieses Projektes sind eine selbstständige Lebensgestaltung, verbesserte Wahlmöglichkeiten und die Ermöglichung sozialer Kontakte.

Vernetzung als Schlüssel zur Lebensqualität

Diese integrativen Konzepte, wie sie im Quartier Riedenburg verwirklicht werden, sind nicht nur wichtig für die Lebensqualität der Bewohner, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt. Der Gerontologe und Soziologe Franz Kolland hebt hervor, dass ältere Menschen als wertvolle Ressource betrachtet werden sollten. Er fordert zudem einen Ausbau von Dienstleistungen zur Pflege und Betreuung zu Hause und schlägt vor, dass jüngere Alte sich um ältere kümmern, um Vereinsamung zu vermeiden. Während Pflegeheime weiterhin notwendig sind, wird deren Anzahl voraussichtlich moderat zunehmen.

Insgesamt zeigt das Beispiel des Quartiers Riedenburg, wie durch gezielte Angebote und die Förderung von Gemeinschaft sowohl Senioren als auch Menschen mit psychischen Erkrankungen ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben ermöglicht werden kann. Solche Initiativen sind nicht nur ein Lichtblick für die Betroffenen, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung für eine inklusive Gesellschaft, die alle Generationen miteinbezieht. Weitere Informationen finden Sie in den ausführlichen Berichten über die verschiedenen Wohnangebote in Riedenburg, wie etwa in diesem Artikel von SN.at und auf der Seite der Pro mente Salzburg.