Der Untersberg, ein majestätischer Berg in den Alpen, zieht nicht nur Wanderer, sondern auch Geschichtenerzähler und Mythologen in seinen Bann. In seinem neuen Buch „Der Untersberg – Erlebnisse, Steige, kraftvolle Plätze“ verbindet der Autor Siegfried Siller persönliche Erfahrungen mit historischen und sagenhaften Überlieferungen. Der Untersberg gilt als geheimnisvoll und ist ein Markenzeichen der Stadt Salzburg. Siller, 1964 in Salzburg geboren und tief mit der Umgebung des Untersbergs verwurzelt, lädt seine Leser ein, diesen faszinierenden Naturraum neu zu entdecken. Er beschreibt stille Plätze und kaum begangene Steige, die zum Verweilen und Staunen einladen, sowie den Schönkopf – ein Aussichtspunkt mit beeindruckendem Blick.

Das Buch ist jedoch kein klassischer Wanderführer. Stattdessen behandelt es fordernde Bergtouren, dramatische Gewitter und den Alltag einer Sennerin, der in vielen Erzählungen eine wichtige Rolle zukommt. Siller führt seine Leser zu alten Steigen und geheimnisvollen Höhlen, wie dem „Nixloch“ und der „Irlmaier-Madonna“. Diese Orte sind nicht nur geographische Punkte, sondern auch spirituelle Kraftplätze, an denen persönliche Erfahrungen und die Wahrnehmung des Berges im Vordergrund stehen. Die historischen Bezüge reichen von Karl dem Großen über keltische Spuren bis zum Marmorabbau, und die Sagen über Zeitlöcher, Geister und unterirdische Reiche verleihen dem Werk eine mystische Dimension. Es ist eine Mischung aus sachlicher Information und poetischer Erzählung, die den Untersberg als Spiegel des Lebens darstellt: gefährlich, mystisch und real.

Ein Blick auf die Mythen des Untersbergs

Der Untersberg ist nicht nur ein geografisches, sondern auch ein kulturelles Phänomen. Er wird als ideales Objekt zur Erforschung von Sagen und deren verschlüsselten Inhalten beschrieben. Eine zentrale Sage ist die von Lazarus Gitschner, die tief in die Zahlenmystik, Geomantie und Spiritualität eintaucht. Diese Sage existiert in verschiedenen Versionen, wobei die Hauptfigur unterschiedliche Nachnamen trägt, darunter Lazarus Günzner und Lazarus Aigner. In einer dieser Erzählungen wird die Geschichte in der Ich-Form erzählt, was auf den Nachnamen Aigner hinweist. Interessanterweise könnte der Nachname Gitschner eine alte österreichische Bezeichnung für Mädchen in den Regionen Salzburger Land und Kärnten sein.

Zusätzlich gibt es Berichte aus Südtirol über die „Sealigen Gitschen“, die nächtlichen Wanderern halfen, was die mystische Aura des Untersbergs weiter verstärkt. Ein Hinweis in der Sage bezieht sich auf den „Frauendreissiger“, eine Zeitspanne vom 15. August bis 14. September, die in Verbindung mit einem Totenkult steht, in dem die Toten „genährt“ und auf die Wiedergeburt vorbereitet werden. Diese beiden Sagen deuten nicht nur auf Zeitanomalien hin, sondern auch auf die tief verwurzelte Verbindung zwischen Mensch und Natur, die der Untersberg verkörpert.

Ein literarisches Bergporträt

Insgesamt bietet Sillers Werk eine Einladung, sich mit der vertrauten Landschaft des Untersbergs auseinanderzusetzen. Es ist ein literarisches Bergporträt, das nicht nur für Einheimische, sondern auch für Außenstehende von Interesse ist. Wer mehr über die Mythen, die Geschichte und die persönliche Bedeutung des Untersbergs erfahren möchte, findet in diesem Buch eine wertvolle Ressource. Der Untersberg wird hier nicht nur als ein Ort der Natur beschrieben, sondern als ein Ort der Erinnerungen und Geschichten, der es wert ist, entdeckt zu werden. So wird der Untersberg zu einem Symbol für die Identität und Kultur der Region Salzburg.

Für weitere Informationen zu den faszinierenden Mythen und der Geschichte des Untersbergs besuchen Sie bitte die offizielle Webseite.