In der Stadt Saalfelden am Steinernen Meer hat man seit November 2025 einen neuen Zentraleinkäufer, Manfred Müllauer, in der Verantwortung. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Einkauf, sowohl national als auch international, bringt er eine beeindruckende Expertise mit in seine neue Position. Müllauer, der in Saalfelden aufgewachsen ist und dort wohnt, sieht seine Rolle als spannende Herausforderung, die durch eine Stellenausschreibung auf den Wirtschaftshof aufmerksam wurde. Seine Aufgaben umfassen den Einkauf von Werkzeugen, Zutrittssystemen, Spielplatzgeräten sowie die Organisation des Fuhrparks und des Winterdienstes.
Der Zentraleinkäufer hat eine zentrale Rolle inne: Er koordiniert den Bedarf verschiedener Abteilungen und Institutionen der Gemeinde, darunter das Wasserwerk und den Recyclinghof. Durch die zentrale Koordination sollen nicht nur bessere Preisverhandlungen, sondern auch organisatorische Verbesserungen erreicht werden. Ein neues Bestellanforderungssystem wird eingeführt, um Einkaufsfinanzen und Budgetverbrauch in Echtzeit zu verfolgen. Auch eine Echtzeit-Lagerverwaltung soll helfen, den Überblick über vorhandene Produkte zu behalten.
Einkaufsstrategien und regionale Verantwortung
Müllauer vergleicht Angebote nicht nur nach Preis, sondern berücksichtigt auch Qualität, Garantie und Versorgungssicherheit. Besonders wichtig sind ihm langfristige Kooperationen mit verlässlichen Lieferanten, die oft wertvoller sind als kurzfristige Einsparungen. Bei alltäglichen Einkäufen, wie zum Beispiel Büromaterialien, gibt es bereits fixierte Konditionen mit Lieferanten, die den Abteilungen Selbstbestellungen ermöglichen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung von Regionalität im Einkauf, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen.
In der Welt des Einkaufens ist es jedoch nicht nur wichtig, die besten Preise zu verhandeln. Ein strukturierter Ansatz ist entscheidend, wie auch eine Analyse der Einkaufsoptimierung zeigt. Preisverhandlungen allein sind oft nicht ausreichend, um die Effizienz zu steigern. An der Schnittstelle zu Finance können gezielte Optimierungen zu erheblichen Einsparungen führen. Viele Unternehmen verlieren Potenzial zur Kostenreduzierung, weil bewährte Methoden nicht konsequent angewandt werden.
Herausforderungen im indirekten Einkauf
Die Herausforderungen im Einkauf sind nicht zu unterschätzen. Oft ist der indirekte Einkauf unorganisiert, unkontrolliert und intransparent. Bettina Fischer beschreibt, wie Finanzbuchhaltungen unter der Abstimmung von Bestellungen, Lieferscheinen und Rechnungen leiden. Viele Unternehmen kämpfen mit ungenauen Budgets, trotz monatlicher Planung, und die sogenannten „Maverick Spend“ – unkontrollierte Ausgaben außerhalb definierter Einkaufsprozesse – stellen eine große Herausforderung dar. Um diese Probleme zu lösen, sind klare Einkaufsprozesse und systemgestützte Bedarfserfassung gefordert.
Ein Beispiel zeigt, dass durch die Einführung eines Procure-to-Pay-Prozesses in einem Logistikunternehmen mit 5.000 Mitarbeitenden Effizienzgewinne erzielt wurden. Vorher erfolgten 70.000 Belege jährlich ohne Bestellbezug, nachher waren es 80% der Rechnungen mit genehmigter Bestellung. Solche Einsparungen sind auch für die Stadt Saalfelden ein Ziel, um die Effizienz im Einkauf weiter zu steigern.
Im Rahmen seiner neuen Position legt Müllauer großen Wert auf Teamarbeit und eine positive Arbeitsatmosphäre. In seiner Freizeit ist er aktiv in Sportarten wie Skifahren, Wandern und Mountainbiken. Mit Vorfreude blickt er auf die Weihnachtsfeier der Stadtgemeinde, um seine neuen Kollegen besser kennenzulernen. Die Integration von Einkauf in frühe Phasen der Produktentwicklung und Projektplanung kann nicht nur zur Kostensenkung führen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinde stärken.
Der Einkauf in Saalfelden steht also vor vielen Herausforderungen, aber auch Chancen, die durch gute Finanzsteuerung und innovative Ansätze genutzt werden können. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind gestellt, und es bleibt spannend zu sehen, wie sich die neue Einkaufsstrategie unter Müllauer entwickeln wird.