Saalfelden am Steinernen Meer ist nicht nur für seine malerische Landschaft bekannt, sondern auch für seine engagierte Jägerschaft. Josef Hörl, ein erfahrener Jäger und ehemaliger Hegemeister, hat in den letzten Jahren maßgeblich zur Organisation der Hegeschau beigetragen. Von 2017 bis 2022 war er als Hegemeister in Saalfelden tätig und half bei der Durchführung dieser bedeutenden Veranstaltung, die gesetzlich vorgeschrieben ist und die Abschüsse der Trophäenträger bewertet. Seine Leidenschaft für die Jagd begann bereits 1993, und seit 2004 machte er diese zu seinem Beruf, nachdem er die Forstfachschule Waidhofen an der Ybbs und die Lehre zum Berufsjäger im Nationalpark Hohe Tauern absolviert hatte.

Die Hegeschau, die jährlich im Congress Saalfelden stattfindet, ist ein zentraler Bestandteil der Jagdorganisation in der Region. Ursprünglich wurde sie beim Metzgerwirt in Zell am See abgehalten, bevor sie aufgrund von logistischen Schwierigkeiten in die Reithalle des Schörhofs umzog. Hörl war entscheidend daran beteiligt, eine langfristige Lösung zu finden, indem er den Congress Saalfelden kontaktierte, was zu einem Vertrag führte, der die Hegeschau nun in gut organisierten Rahmen stattfinden lässt. Dabei ist er verantwortlich für den Ablauf, die Trophäenaufmachung und die Verpflegung der Bewertungskommission.

Die Rolle der Hege

Die Hege, ein zentraler Begriff im Jagdrecht, umfasst alle Maßnahmen zur Erhaltung der Lebensgrundlagen von Wild. Laut dem Bundesjagdgesetz sind Jäger verpflichtet, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten. Dies gilt nicht nur für bejagte Wildarten, sondern auch für solche, die unter dem Jagdrecht stehen, aber nicht bejagt werden. Josef Hörl betont die Wichtigkeit des Naturschutzes für Jäger und die Notwendigkeit, den Wildbestand zu kennen und anzupassen.

Hege ist ein wichtiges Element der „Waidgerechtigkeit“ und stellt sicher, dass die Jagd im Einklang mit der Natur erfolgt. Jäger sind auch für die Kontrolle der Beutegreiferbestände verantwortlich, um Wildschäden zu vermeiden. Die Hegemaßnahmen umfassen unter anderem Wildfütterung, Äsungsflächen und Ruhezonen für das Wild, wobei die Zusammenarbeit zwischen Grundeigentümern und Jägern von großer Bedeutung ist.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Organisation und Durchführung der Hegeschau sind nicht die einzigen Herausforderungen, denen sich Jäger wie Josef Hörl stellen müssen. In Hegegemeinschaften, in denen Jäger regional organisiert sind, können Konflikte über Abschussregelungen auftreten. Diese Regelungen sind für viele Jäger ein heißes Thema, da sie die Wildbestände direkt betreffen. Freiwillige Mitglieder können durch Austritt einer als nachteilig empfundenen Abschussregelung entgehen, was je nach Ausgangslage zu Spannungen führen kann.

Die Verantwortlichkeiten und Regelungen, die sich aus der Mitgliedschaft in Hegegemeinschaften ergeben, sind klar definiert. Die Zwangsmitgliedschaft in einer Hegegemeinschaft und die festgelegten Abschusszahlen können rechtlichen Herausforderungen unterliegen. Betroffene, wie Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer, haben die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen und gegebenenfalls Klage vor dem Verwaltungsgericht zu erheben.

Josef Hörl plant, bis 2027 die Bezirkshegeschau weiterhin mitzuorganisieren, bevor er seine Aufgaben an jüngere Personen übergeben möchte. Dabei wird er sicherstellen, dass die Hegeschau und die Hegegemeinschaften auch in Zukunft eine bedeutende Rolle im Jagdwesen in Saalfelden spielen werden.