Heute ist der 7.02.2026 und die Salzburger Festspiele stehen im Mittelpunkt eines aufreibenden Machtkampfes. Die Diskussionen über die Ausschreibung der Schauspielleitung haben für ordentlich Aufregung gesorgt. Markus Hinterhäuser, der Intendant der Festspiele, sieht sich zunehmend mit Vorwürfen konfrontiert, die das Vertrauen in den Auswahlprozess beschädigt haben. Simon Strauss berichtet in der FAZ über die Hintergründe dieser Situation, die sich in den letzten Wochen zugespitzt hat.

Der Anlass für die Aufregung ist die Vertragsauflösung mit der letzten Schauspielchefin Marina Davydova im Jahr 2024. Das Kuratorium, das diesmal eine transparentere Vorgehensweise gefordert hat, zeigt sich verärgert über die Neubesetzung der Schauspielleitung. Hinterhäuser hatte zwar sieben Kandidaten und Kandidatinnen zum finalen Hearing eingeladen, darunter auch Karin Bergmann, die sich allerdings nicht offiziell beworben hatte. Dies wirft Fragen auf, insbesondere weil Hinterhäuser öffentlich erklärte, dass Bergmann seine Favoritin sei. Die Situation wird zunehmend kompliziert, da Hinterhäuser bei einer außerordentlichen Sitzung des Kuratoriums nicht anwesend war.

Vertrauenskrise und Forderungen nach Transparenz

Das Kuratorium hat eine persönliche Erklärung von Hinterhäuser für die nächste Sitzung am 26. Februar gefordert. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) kritisiert die Informationsweitergabe über Medien, was die Spannungen weiter anheizt. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) äußert, dass das Vertrauen in den Prozess schwindet. Dies ist ein alarmierendes Signal, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass 23 Kandidatinnen und Kandidaten sich beworben haben und die Hearings erst in der Vorwoche stattfanden.

Hinterhäuser, dessen Vertrag bis 2031 gilt, aber eine Ausstiegsmöglichkeit 2029 hat, sieht sich nun mit Diskussionen über eine mögliche vorzeitige Vertragsauflösung konfrontiert. Die Entscheidung über seine Zukunft und das weitere Vorgehen bezüglich der Schauspielleitung wird am 26. Februar erwartet. Der Druck auf den Intendanten wächst, und die Unsicherheiten rund um die Festspiele nehmen zu.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Situation wird nicht einfacher, wenn man bedenkt, dass es bereits vor drei Jahren Berichte über ein angespanntes Verhältnis zwischen Hinterhäuser und Festspielpräsidentin Kristina Hammer gab. Hammer, die im November 2021 als Nachfolgerin von Helga Rabl-Stadler eingesetzt wurde, wirkt in der aktuellen Lage angezählt. Die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen deutlich, dass die Salzburger Festspiele nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein politisches Parkett sind, auf dem strategische Entscheidungen und persönliche Interessen oft miteinander verwoben sind.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Richtung zu bestimmen, in die sich die Festspiele entwickeln werden. Die Diskussionen rund um die Schauspielleitung sind nur ein Teil eines größeren Puzzles, das die Kulturinstitution betrifft. Für weitere Informationen und Hintergründe zu diesem Thema lohnt sich ein Blick auf die Berichterstattung bei ORF Salzburg.