Am vergangenen Wochenende trafen sich Vertreter von sechs europäischen Bischofskonferenzen in Salzburg, um über wichtige Themen der Kirche und die Rolle der Seelsorge in der Gesellschaft zu diskutieren. An dem Jahrestreffen, das zum dritten Mal in dieser Form stattfand, nahmen hochrangige Teilnehmer wie der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, und sein Stellvertreter, Bischof Manfred Scheuer, teil. Letzterer musste jedoch am Freitag aufgrund von Verpflichtungen beim Requiem für den Linzer Altbischof Maximilian Aichern vorzeitig abreisen. Auch andere bedeutende Kirchenvertreter waren anwesend, darunter Kardinal Jean-Claude Hollerich aus Luxemburg und Bischof Georg Bätzing aus Deutschland. Im Rahmen des Treffens wurde auch der Generalsekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Peter Schipka, sowie Beate Gilles als Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz erwähnt.

Ein besonderes Augenmerk galt dem bevorstehenden Treffen im Jahr 2024, das in Limburg stattfinden wird. Hier soll das Austauschformat um zusätzliche Länder erweitert werden. Für das Jahr 2025 ist Paris als Austragungsort für das nächste Bischofskonferenz-Treffen geplant. Am Freitagabend wurden zudem die XXV. Olympischen Winterspiele in Italien eröffnet, ein Ereignis, das nicht nur sportliche, sondern auch geistliche Dimensionen birgt.

Kirchliches Engagement bei den Olympischen Spielen

Die Verbindung zwischen Sport und Kirche ist tief verwurzelt und hat einen theologischen Hintergrund. Im Sport wird die Einheit von Körper, Geist und Seele erlebbar, was die Kirche dazu bewegt, sich dem ganzheitlichen Menschenbild zuzuwenden. Dieses Bild basiert auf biblischen Werten und umfasst Erfahrungen von Freude, Gemeinschaft und auch von Grenzen, Sieg und Niederlage. Die Sportseelsorge zielt darauf ab, Menschen in verschiedenen Lebenssituationen zur Seite zu stehen, unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit. Die Olympischen Sommerspiele 1972 in München waren ein Meilenstein für die ökumenische Olympiaseelsorge, als Pfarrer Heinz Summerer als Ansprechpartner und Seelsorger für die deutschen Athleten fungierte.

Seither ist die ökumenische Seelsorge ein fester Bestandteil der deutschen Mannschaften bei allen Sommer- und Winterspielen. Die Kirche bietet nicht nur geistliche Begleitung, sondern auch Räume für Gespräche und Begegnungen, die über den Sport hinausgehen. So wird bei den kommenden Olympischen Sommerspielen in Paris, die vom 16. Juli bis 11. August 2024 stattfinden, erneut ein Seelsorgeteam bereitstehen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz haben bereits angekündigt, dass sie etwa 800 Teammitglieder vor Ort begleiten werden.

Seelsorge und spirituelle Begleitung

Bischof Dr. Stefan Oster SDB betont, wie wichtig der spirituelle Beistand für die Sportler ist, und beschreibt die Spiele als ein Fest des Friedens und der menschlichen Begegnung. Elisabeth Keilmann, die die deutsche Mannschaft begleitet, stellt klar, dass das Hauptanliegen der Seelsorge darin besteht, in unterschiedlichen Lebenssituationen für die Menschen da zu sein. Auch während der Paralympics, die vom 28. August bis 8. September 2024 stattfinden, wird das Team von Christian Bode, dem Paralympics-Seelsorger der EKD, unterstützt.

Das Ökumenische Seelsorgeteam bietet verschiedene Angebote wie Gottesdienste, Meditationen und Workshops, um den Teilnehmern zu helfen, Ruhe zu finden und neue Kraft zu schöpfen. Diese Initiativen sind darauf ausgelegt, den Athleten in einem herausfordernden Umfeld Rückhalt zu geben und sie in ihrer ethischen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Die gute Vernetzung mit der evangelischen und katholischen Gemeinde in Paris ermöglicht zudem regelmäßige Gottesdienste und Gesprächsrunden, die den Athleten eine wertvolle Unterstützung bieten.