Im malerischen Bad Dürrnberg, einem Ortsteil von Hallein, erstrahlt das einstige Einfamilienhaus G in neuem Glanz. Ursprünglich 1987 errichtet, diente es Jahrzehnte lang als Wohnraum, bis sich die Lebensumstände der Bewohner änderten. Doch anstatt abzureißen und neu zu bauen, entschieden sich die Bauherren in Zusammenarbeit mit den Architekten Wolfgang Gruber und Stefano Mori von Loci Architekten für eine umfassende Umgestaltung. Diese Entscheidung zeigt, wie wertvoll und nachhaltig Bestandsbauten sein können. Mehr Informationen zu diesem spannenden Projekt finden Sie in der Quelle von Die Presse hier.
Im Rahmen des Umbaus blieben der massive Sockel und die Ausdehnung des Gebäudes unverändert, wodurch der ökologische Fußabdruck gleich blieb und keine zusätzlichen Flächen versiegelt wurden. Haus G beherbergt heute drei moderne Wohneinheiten mit jeweils etwa 130 Quadratmetern. Die ursprüngliche Wohnung wird weiterhin von der älteren Generation bewohnt, während ein baufälliger Gebäudeteil erneuert und eine zweigeschossige Aufstockung für zwei Jungfamilien geschaffen wurde. Diese Maßnahme zur Nachverdichtung durch vertikales Bauen zeigt, wie mit kreativen Lösungen der Flächenverbrauch minimiert werden kann.
Nachhaltige Materialien und innovative Technik
Die Umgestaltung von Haus G zeichnet sich durch die Verwendung natürlicher Materialien wie Holz, Stroh, Lehm und Kalk aus. Strohballen und gepresste Strohziegel wurden für den Wandaufbau verwendet, was nicht nur hervorragende Wärmedämmung bietet, sondern auch die Umwelt schont. Innenlehmputze regulieren die Feuchtigkeit, während der Außenputz aus hydraulischem Kalk den Witterungsschutz gewährleistet. Die Planung und Ausführung des Projekts fand zwischen 2022 und 2024 statt, wobei die Tragwerksplanung von der Firma Tragwerksplanung durch tragwerkstatt, unter der Leitung von Thomas Forte, unterstützt wurde. Die Zusammenarbeit mit Terra E Paglia snc brachte zusätzlich Fachwissen im Strohballenbau ein.
Das Heizsystem des Hauses kombiniert eine Fußbodenheizung, die von einer Luft-Wärmepumpe gespeist wird, mit einem Biomasse-Kachelofen, der mit Stückholz betrieben wird. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach hat eine Leistung von 23,48 kWp, wodurch ein Teil des Strombedarfs gedeckt und die Möglichkeit zur Einspeisung ins Netz geschaffen wird. Energetisch entspricht das Haus den heutigen Anforderungen, ohne dass ein Neubau notwendig war.
Ein Beispiel für zukunftsorientiertes Bauen
Haus G steht nicht nur für eine nachhaltige Umgestaltung, sondern ist auch ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, im Bestand weiterzubauen. In Deutschland wird das Ziel verfolgt, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Das Bauwesen spielt dabei eine zentrale Rolle, da es erheblichen Einfluss auf Ressourcennutzung und Emissionen hat. Durch die Berücksichtigung von Biodiversität, Ressourcenschonung und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe wird ein Beitrag zur Vermeidung von Flächenverbrauch geleistet. Weitere Informationen zu den Zielen für nachhaltiges Bauen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hier.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Projekt Haus G eindrucksvoll zeigt, wie durch kreative Ansätze und den Einsatz nachhaltiger Materialien nicht nur der Bestand erhalten werden kann, sondern auch neue, zeitgemäße Lebensräume entstehen. Es ist ein ermutigendes Beispiel für alle, die sich mit der Frage des Bauens in einer ressourcensensiblen Zukunft auseinandersetzen.