Heute ist der 10.03.2026 und die Stadt Hallein sowie die Stadt Salzburg erweisen sich als Vorbilder in der Gleichstellung der Geschlechter in Österreich. Laut einem aktuellen Bericht, veröffentlicht von Salzburg24, schneiden beide Gemeinden hervorragend ab. Salzburg erzielt beeindruckende 73 von 100 Punkten im Gleichstellungs-Index und übertrifft damit den österreichweiten Durchschnitt von 49 Punkten deutlich. Nur Graz, Linz und Eisenstadt sind in der Gleichstellung besser platziert.

Im Gegensatz dazu stehen zwei Lungauer Gemeinden, Muhr und Zederhaus, die mit nur 28 Punkten die Schlusslichter im Gleichstellungs-Index bilden. Der „Städtebund-AK-Gleichstellungsindex“ liefert detaillierte Informationen zur Gleichberechtigung in den Gemeinden und zeigt, dass es trotz der guten Ergebnisse in Salzburg und Hallein noch Handlungsbedarf gibt. Stadträtin Andrea Brandner weist darauf hin, dass insbesondere die Themen Teilzeitarbeit und die Situation von Alleinerziehenden verstärkt angegangen werden müssen.

Stärken und Schwächen der Gleichstellung

Die gute Bewertung der Stadt Salzburg reflektiert die positiven Ergebnisse in den Bereichen Arbeit, Einkommen und politische Mitwirkung. Hallein erreicht 70 Punkte, während Puch bei Hallein 69 Punkte erzielt. Im Gegensatz dazu zeigt der Gleichstellungs-Index für durchschnittliche Gemeinden in Österreich, dass beim Einkommen lediglich 19 von 100 möglichen Punkten erreicht werden. Dies liegt daran, dass Frauen oft nur die Hälfte oder weniger des Einkommens ihrer männlichen Kollegen verdienen, was zu einem hohen Armutsrisiko führt.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Teilzeitbeschäftigung, wo der Indexwert für Frauen bei nur 18 Punkten liegt und sich seit 2021 nicht verbessert hat. Viele Eltern haben Angst vor finanziellen Einbußen, wenn sie sich für eine geteilte Elternteilzeit entscheiden. Die Arbeiterkammer fordert daher mehr Lohntransparenz und ein Familienarbeitszeitmodell, das auch Alleinerziehenden zugutekommt, um diese Herausforderungen zu bewältigen.

Bildung und Kinderbetreuung

Ein positiver Aspekt im Gleichstellungs-Index ist die Bildung, die einen hohen Wert von 75 Indexpunkten für die durchschnittliche österreichische Gemeinde aufweist. Bei der Kinderbetreuung gibt es jedoch regionale Unterschiede. Der Indexwert liegt bei 66 Punkten, wobei Kindergärten durchschnittlich 62 Punkte erreichen, während Krippen nur auf 47 Punkte kommen. Die unzureichende Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsplätzen zwingt viele Frauen dazu, ihre Berufe aufzugeben, was die Gleichstellung zusätzlich erschwert.

Die Arbeiterkammer und Gewerkschaften fordern verstärkt Investitionen in die Kinderbetreuung, um die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen zu fördern. Es wird angestrebt, dass Österreich mindestens 1 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in die Elementarpädagogik investiert, um eine bessere Ausgangslage für alle Eltern zu schaffen.

Fazit und Ausblick

Zusammenfassend zeigt der Gleichstellungs-Index, dass trotz positiver Entwicklungen in Städten wie Salzburg und Hallein noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Insbesondere bei Einkommen, Teilzeitarbeit und Kinderbetreuung müssen Maßnahmen ergriffen werden. Der geplante detailliertere Gleichstellungsbericht der Stadt Salzburg, der bis zum Frauentag 2027 veröffentlicht werden soll, könnte dazu beitragen, weitere Fortschritte in der Gleichstellung von Frauen und Männern zu erzielen. Initiativen wie die Lohntransparenz und die Verbesserung der Kinderbetreuungsangebote sind essentielle Schritte, um die Gleichstellung in Österreich nachhaltig zu fördern.