In Bad Gastein hat das Skigebiet Graukogel nach nur vier Skitagen den Betrieb eingestellt. Grund für diese überraschende Schließung sind die milde Witterung und die dünne Schneeauflage. Das Graukogel-Gebiet ist bekannt für seine natürliche Schneedecke, da es keine technische Beschneiung gibt. Der Skibetrieb startete am 26. Februar und war ursprünglich von Donnerstag bis Sonntag geplant. Dennoch musste die geplante Öffnung am kommenden Wochenende aufgrund von zu warmen Temperaturen und Schneemangel abgesagt werden. Die offizielle Gastein-Seite hat die vorübergehende Einstellung des Skibetriebs mittlerweile bestätigt. Diese Entscheidung trifft das Graukogel besonders hart, da nach der Saison 2025/26 eine dreijährige Pause des Winterbetriebs geplant ist, während der Sommerbetrieb weiterhin bestehen bleibt. Andere Skigebiete im Gasteinertal hingegen laufen regulär nach ihren Saisonzeiten.

Die Entscheidung zur Schließung wurde vom Aufsichtsrat der Gasteiner Bergbahnen getroffen und gilt vorerst bis einschließlich der Saison 2028/29. Die wirtschaftlichen Gründe sind nicht zu übersehen: In den vergangenen Saisons hat das Skigebiet Verluste von mehreren hunderttausend Euro erlitten. Zudem nutzen nur etwa zwei Prozent der Wintergäste in Gastein den Graukogel. Die Betreiber haben daher beschlossen, ihre Ressourcen auf profitablere Skigebiete wie Stubnerkogel oder Schlossalm zu konzentrieren. In den letzten Wintern fuhr der Betrieb oft nur an vier Tagen pro Woche, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastete.

Ein Stück Geschichte geht zu Ende

Der Graukogel hat eine lange Tradition und war 1958 Austragungsort der alpinen Ski-Weltmeisterschaft, bei der der berühmte Toni Sailer Goldmedaillen gewann. Diese historische Bedeutung macht die Schließung umso bedauerlicher. Die letzte Saison beginnt typischerweise am 25. Dezember, abhängig von den Schneeverhältnissen, doch nun wird über eine mögliche Zukunft des Gebiets als reines Skitourengebiet diskutiert. Eine Entscheidung über die Nutzung der Sessellifte soll jedoch erst nach 2029 getroffen werden.

Im Gasteinertal, wo das Graukogel liegt, gibt es insgesamt vier Skigebiete, die Pisten für Einsteiger:innen und Könner:innen bieten. Das größte zusammenhängende Skiareal der Region ist die Schlossalm–Angertal–Stubnerkogel, die durch die hochmoderne Schlossalmbahn einen schnellen Zugang ermöglicht. Sportgastein ist das höchstgelegene Skigebiet von Ski amadé und ein Geheimtipp für Freerider:innen, während das Graukogel für seinen ursprünglichen Skigenuss auf Naturschnee und die ruhige, authentische Atmosphäre bekannt ist. Die Skischaukel Dorfgastein–Großarl bietet zudem rund 70 Pistenkilometer, ideal für weite Schwünge.

Die Schließung des Graukogel markiert somit ein trauriges Ende einer Ära in der Geschichte des Wintersports in Bad Gastein. Die Region bleibt jedoch mit ihren anderen Skigebieten attraktiv und vielfältig, sodass Wintersportbegeisterte weiterhin auf ihre Kosten kommen können.