Ein neuer, frischer Wind weht durch die Tourismusbranche: Ein Weiterbildungsnavigator, der die Weiterbildung im Sektor zukunftsorientiert gestalten möchte, wurde ins Leben gerufen. Der Navigator, der sich derzeit in der Pilotphase befindet, zielt vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen in der Tourismusbranche ab, die oft Schwierigkeiten haben, die passenden Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter zu finden. AHGZ berichtet, dass die innovative Nutzung von künstlicher Intelligenz dabei helfen soll, diese Suche zu erleichtern.

Doch was steckt hinter diesem neuen Ansatz? Die Initiative ist Teil eines größeren Spektrums an Maßnahmen, die die Bundesregierung zur Fachkräftesicherung ins Leben gerufen hat. Im Oktober 2022 wurde eine umfassende Strategie vorgestellt, die den Weg für eine nachhaltige Stärkung Deutschlands als Fachkräfteland ebnen soll. Diese Maßnahmen sind ein Teil der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS), die von 17 Partnern des deutschen Arbeitsmarktes entwickelt wurde, darunter das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMAS führt aus, dass eine neue Weiterbildungskultur geschaffen werden soll.

Die Kernziele der Nationalen Weiterbildungsstrategie

Die NWS hat klare Vorgaben, wie die Weiterbildung für die zukünftigen Anforderungen und Technologien gestaltet werden soll. Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Weiterbildung und zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stehen im Vordergrund. Das BMBF hebt hervor, dass die Ziele der NWS darauf abzielen, den Zugang zu Beratung und Weiterbildung zu erleichtern sowie die Kooperation in verschiedenen Regionen und Branchen zu vertiefen.

Ein weiterer wichtiger Schritt in dieser Richtung ist die Einführung der Nationalen Online-Weiterbildungsplattform (NOW), die am 1. Januar 2024 starten soll. Diese Plattform soll fortlaufend weiterentwickelt werden und die Transparenz im Bereich der Weiterbildung erhöhen. Hinzu kommt das Qualifizierungsgeld, welches als Unterstützung für Beschäftigte dient, deren Arbeitsplatz durch den Strukturwandel bedroht ist.

Fachkräftesicherung als Gemeinschaftsaufgabe

Die NWS ist ein abgeschlossener Prozess, in dem alle Beteiligten regelmäßig den Fortschritt der vereinbarten Maßnahmen überprüfen. Es wurde deutlich, dass es noch weiteren Handlungsbedarf gibt, um den Anforderungen des digitalen, demografischen und ökologischen Wandels gerecht zu werden. Durch den kontinuierlichen Austausch der NWS-Partner konnten bereits viele Herausforderungen in der beruflichen Weiterbildung identifiziert und Lösungen entwickelt werden.

Die kommenden Veranstaltungen, wie die zweite Nationale Weiterbildungskonferenz am 27. November 2025 in Berlin, werden als Plattform dienen, um Erfahrungen auszutauschen und eine enge Vernetzung zu fördern. Diese Konferenzen sind nicht nur für die Fachwelt wichtig, sie spielen auch eine entscheidende Rolle für die Ausbildung und Qualifizierung von zukünftigen Fachkräften.

Alles in allem zeigt die Einführung des neuen Weiterbildungsnavigators und die umfassende nationale Strategie, dass Österreich und Deutschland bereit sind, die Herausforderungen in der Weiterbildung anzunehmen und im Sinne der Fachkräftesicherung gemeinsam an neuen Lösungen zu arbeiten. In einer Zeit, in der der Wettbewerb um die besten Talente intensiver denn je ist, könnte dies der Schlüssel zu einem erfolgreichen und zukunftsfähigen Arbeitsmarkt sein.