Am Montag erlebte eine Jugendgruppe aus Bayern während ihrer Winterwanderung in den Tiroler Alpen einen dramatischen Notfall. Die Gruppe, bestehend aus elf Jungen und Mädchen sowie zwei Betreuern im Alter von 20 und 21 Jahren, hatte sich vorgenommen, zur Reuttener Hütte (1740 m) zu wandern und dort mehrere Tage zu verbringen. Die Wanderung begann zur Mittagszeit, doch ungünstige Wetterbedingungen und tiefer Schnee führten dazu, dass der Aufstieg deutlich länger dauerte als geplant. Schließlich, gegen 18 Uhr, erreichte die Gruppe die Ehenbichler Raaz Alm (1694 m), die jedoch geschlossen war. An diesem Punkt entschieden die Betreuer, die Tour abzubrechen und den alpinen Notruf zu betätigen, wie in einem Bericht der tz zu lesen ist.

Die Bergrettung Ehrwald erhielt die Einsatzmeldung über „verstiegene Personen“ und rückte mit elf Bergrettern aus, die mit Skitourenausrüstung ausgerüstet waren. Die benachbarte Bergrettungsortstelle Berwang stellte sieben weitere Retter in Bereitschaft. Bei starkem Schneefall und Minusgraden gestaltete sich die Rettungsaktion als herausfordernd. Zudem hatten Skidoos Schwierigkeiten, durch den halben Meter hohen Neuschnee zu fahren. An der Alm wurden die Kinder und Betreuer mit Rettungsdecken versorgt, während der Hüttenwirt die Alm für die Gruppe öffnete und warme Getränke bereitstellte. Um einen Shuttle-Dienst einzurichten, wurden zwei weitere Skidoos organisiert, und das Rote Kreuz richtete eine Notunterkunft im Gemeindesaal von Berwang ein. Nach dem Aufwärmen wurde die Gruppe nach und nach in die Notunterkunft gebracht, und der Einsatz endete gegen 22:50 Uhr. Glücklicherweise waren die Geretteten weder verletzt noch unterkühlt und konnten wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren.

Herausforderungen und kritische Planung

Die Polizei kritisierte die mangelhafte Planung der Tour. Obwohl die Gruppe gut ausgerüstet war, zeigten die winterlichen Bedingungen, wie schnell sich die Situation ändern kann. Die Einsatzkräfte betonten die Risiken, die insbesondere bei Kindergruppen in den Alpen bestehen. Vor kurzem gab es in der Region zudem tragische Vorfälle, darunter der Tod eines Kindes beim Rodeln. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie wichtig eine sorgfältige Planung und Vorbereitung auf winterliche Wanderungen ist.

Zusätzlich wurde die Gruppe von einem privaten Veranstalter organisiert, was Fragen zur Verantwortung und Sicherheit aufwirft. Die winterlichen Straßenverhältnisse führten bereits zu Verzögerungen bei der Anreise, sodass die Gruppe erst gegen 12:40 Uhr am Startpunkt eintraf. Die durchnässte Ersatzkleidung der Kinder war bereits gefroren, als sie schließlich in der geschlossenen Alm Schutz suchten.

Winterwandern in Tirol

Die Tiroler Alpen bieten zahlreiche Möglichkeiten für Winterwanderungen, doch die Bedingungen können tückisch sein. Für all jene, die sich in den Wintermonaten auf den Weg machen wollen, gibt es eine Vielzahl von Touren mit Schneegarantie, die nicht nur schön, sondern auch sicher sind. Weitere Informationen zu den besten Winterwanderungen in Tirol können auf Komoot gefunden werden.