Am 24. Februar 2026 erreichen uns alarmierende Nachrichten aus der Hard-Techno-Szene. Fünf prominente Künstler, darunter CARV, Odymel und Shlomo, sehen sich schwerwiegenden, bislang nicht bestätigten Vorwürfen ausgesetzt. Die Anschuldigungen beinhalten Macht- und Drogenmissbrauch sowie sexualisierte Gewalt im Backstage-Bereich. Trotz der wachsenden Beliebtheit des Genres bleibt Hard-Techno ein Nischen-Genre, das weniger im Mainstream vertreten ist. Diese Vorwürfe haben bereits spürbare Auswirkungen auf Festivalprogramme, und zahlreiche Veranstalter haben betroffene Künstler aus ihren Line-ups gestrichen. So hat das Arena Rave in Dortmund betroffene Künstler entfernt und betont, dass Sicherheit und Vertrauen der Besucher höchste Priorität haben. Ähnlich verhält es sich im Club Sams in Bielefeld, der ebenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen hat.
Das Hive-Festival in Ferropolis bei Gräfenhainichen hat sich ebenfalls zu den Vorwürfen geäußert und die betroffenen Künstler sofort aus allen Line-ups gestrichen. Das Festival betont die Grundsätze der Rave-Szene: Sicherheit, Freiheit, Inklusion und Respekt. Auch andere Veranstalter wie „Open Beatz“, „Elektrisize“ und „Bootshaus“ haben ähnliche Schritte unternommen. Der größte niederländische Hard-Techno-Veranstalter „Verknipt“ hat ebenfalls reagiert und die DJs aus seinen Line-Ups entfernt. Die Anschuldigungen stammen von dem Instagram-Account @bradnolimit, der sich als ehemaliger Partner der Management-Agentur „Steer“ bezeichnet und schwere Vorwürfe teilt.
Die Vorwürfe und die Reaktionen der Betroffenen
Die Vorwürfe, die auf dem Instagram-Account „bradnolimit“ veröffentlicht wurden, sind gravierend und beinhalten unter anderem sexualisierte Übergriffe, unangemessene Kontakte und Machtmissbrauch. Der Betreiber des Accounts hat angegeben, dass mehrere Frauen sich gemeldet haben, um ihre Erfahrungen zu teilen. Betroffene DJs äußern sich vereinzelt zu den Vorwürfen. CARV gesteht ein, in der Vergangenheit intime Bilder mit Zustimmung von Frauen geteilt zu haben, während er verheiratet war. Er möchte Verantwortung übernehmen und sein Handeln reflektieren, bevor er wieder in die Öffentlichkeit tritt. Odymel schildert einen Vorfall aus einer früheren einvernehmlichen Beziehung und kündigt ebenfalls eine Rückziehung an. Shlomo distanziert sich von den Anschuldigungen und spricht von Verleumdung.
Larissa Rieß, ehemalige 1Live-Moderatorin und Techno-DJ, kritisiert das Verhalten der Veranstalter als scheinheilig und fordert neue Sicherheitskonzepte für den Backstage-Bereich. Diese Debatte über Sicherheit und Respekt im Hard-Techno-Genre wird durch die aktuellen Vorwürfe weiter angeheizt und könnte langfristig zu grundlegenden Veränderungen führen.
Die Rolle von Steer Management und die Folgen
Der Skandal im Hard-Techno-Bereich betrifft auch die Künstleragentur Steer Management. Ein ehemaliger Partner dieser Agentur hat die schweren Vorwürfe auf Instagram geteilt, die sexuelle Belästigung und sexuellen Missbrauch umfassen, wobei sogar der Verdacht auf Sex mit Minderjährigen geäußert wird. Betroffene Künstler wie CARV und Shlomo sind direkt in die Vorwürfe verwickelt. Shlomo wurde bereits vom Line-up des Stuttgarter Proton Clubs gestrichen, der angekündigt hat, einen alternativen weiblichen Headliner zu präsentieren. Auch andere Festivals, darunter das Open Beatz Festival und der World Club Dome, haben Maßnahmen ergriffen.
Namhafte Künstler wie Luca Agnelli, KTK und Afem Syko haben Steer Management verlassen, was die Unsicherheiten innerhalb der Szene nur noch verstärkt. Luca Agnelli äußerte in einer Story, dass er aufgrund der Umstände die Agentur verlässt. Die aktuellen Ereignisse könnten nur die Spitze des Eisbergs darstellen und es bleibt unklar, wie Clubs und Festivals weiter reagieren werden und ob weitere Künstler die Agentur verlassen werden.
Die Vorwürfe und die damit verbundenen Reaktionen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Veränderungen, die die Hard-Techno-Szene derzeit durchlebt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um Sicherheit und Vertrauen in der Szene wiederherzustellen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln des WDR, der Volksstimme und des Faze Mag.