In den malerischen Rocky Mountains spielt sich eine dramatische Geschichte ab, die sowohl die Abgründe menschlichen Handelns als auch die Auswirkungen des Drogenhandels beleuchtet. Der Film „Hard Powder“, in dem Liam Neeson die Hauptfigur Nels Coxman verkörpert, bietet einen faszinierenden Blick auf Rache, Gewalt und die Spirale der Kriminalität. Kehoe, ein idyllisches Skigebiet, wird zum Schauplatz eines Konflikts, der durch die Ermordung von Nels‘ Sohn durch den Drogenboss Viking, gespielt von Tom Bateman, ausgelöst wird. In der kalten Umgebung, wo die Temperaturen auf minus 10 Grad sinken, wird Nels gezwungen, sich mit einer Welt auseinanderzusetzen, die ihm bislang fremd war. Sein Wissen über Mord stammt lediglich aus Krimis, doch der Verlust seines Sohnes führt ihn auf einen dunklen Pfad, auf dem er nacheinander Drogengangster verschwinden lässt.

Die Eskalation der Gewalt in Kehoe erinnert an historische Konflikte, die durch den Drogenhandel verursacht wurden. In den späten 1880er Jahren erlebten italienische Bauern in Kalifornien, insbesondere im San Mateo County, ähnliche Auseinandersetzungen. Diese Region war bekannt für Selbstjustiz, da Bauern sich mit Schrotflinten und Macheten bewaffneten, um ihre wertvollen Artischockenfelder vor rivalisierenden Gangstern zu schützen. Die Morello-Familie, eine aufstrebende Mafiafamilie aus New York, erkannte die Möglichkeit, die Transportwege für diese profitable Ware zu kontrollieren und schickte Vollstrecker nach Westen, um lokalen Widerstand zu unterdrücken. Diese Entwicklungen führten zu einem regelrechten Bandenkrieg, ähnlich dem, was Nels in „Hard Powder“ durchlebt.

Drogen und ihre Geschichte

Die Parallelen zwischen der fiktiven Geschichte von Nels Coxman und realen historischen Ereignissen im Drogenhandel sind bemerkenswert. Der globale Drogenhandel hat eine komplexe Geschichte, die in einer dreiteiligen Dokumentation von ARTE behandelt wird. Diese Dokumentation zeigt, wie Kolonialmächte, Pharmaunternehmen und Geheimdienste zur Entstehung mächtiger Drogenkartelle beigetragen haben. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich beispielsweise Opium in Asien, während die westliche pharmazeutische Industrie Morphium, Kokain und Heroin als neue Wundermittel entdeckte. Diese Entwicklungen führten zu einer weltweiten Rauschgiftabhängigkeit und zur schrittweisen Verbot von Drogen.

Der Drogenhandel nahm mit der Prohibition in den USA richtig Fahrt auf. Die ersten Drogenkartelle suchten oft den Schutz von Staaten, und während des Kalten Krieges erlebten diese kriminellen Netzwerke einen Boom, da Geheimdienste Drogen politisch instrumentalisierten. Die Geschichte zeigt, dass der Drogenhandel nicht nur ein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, das tiefere Wurzeln hat und oft mit Gewalt und Korruption einhergeht.

Die Gewaltszenarien in „Hard Powder“ spiegeln somit reale gesellschaftliche Probleme wider. Wie die Artischockenkriege in Kalifornien und die Entwicklungen im globalen Drogenhandel verdeutlichen, ist die Spirale der Gewalt oft ein Resultat von Gier, Macht und dem Verlangen nach Kontrolle. Ob im fiktiven Kehoe oder im historischen San Mateo County, die menschliche Natur bleibt ein ständiger Akteur in diesen tragischen Geschichten.