Am 23. Februar 2026 sorgt ein beeindruckender Fang für Aufregung am Bodensee. Der Berufsfischer Franz Blum (45) aus Fußach, Österreich, hat einen Riesenwels von 2,60 Metern Länge und 109 Kilogramm Gewicht aus dem Wasser gezogen. Der Fang ereignete sich am frühen Nachmittag in der Nähe der Rheinmündung, und Blum beschreibt diesen Wels als den schwersten Fisch, den er bisher aus dem Bodensee gefangen hat. Er schätzt das Alter des Welses auf etwa 45 Jahre, wobei Welse bis zu 80 Jahre alt werden können. Für den Fischer ist dieser Fang nicht nur ein persönlicher Rekord, sondern auch ein Zeichen für die wachsende Population dieser beeindruckenden Fische im Bodensee. Der Wels, der in etwa so groß ist wie ein zwölfjähriges Kind, hat Blum bereits filetiert und verkauft; das zarte, weiße Fleisch des Welses gilt als schmackhaft und hat wenig Gräten.
Bernd Kaulitzki, Vorstand des Bodenseefisch e. V., erklärt, dass die Welsbestände im Bodensee aufgrund fehlender natürlicher Feinde und steigender Wassertemperaturen immer häufiger und größer werden. Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Entwicklung: Im Jahr 2024 fingen österreichische Berufsfischer insgesamt 2974 Welse, im Vergleich zu nur 897 im Jahr 2014 – eine Verdopplung innerhalb eines Jahrzehnts. Auch die Angler verzeichnen einen Anstieg, mit 1338 gefangenen Welsen im Jahr 2024, verglichen mit nur 226 im Jahr 2014. Dies spricht für die Anpassungsfähigkeit der Welse, die als größte Raubfische in europäischen Süßwassergewässern gelten.
Ein Blick auf die Welspopulation
Der gefangene Wels ist nicht nur ein beeindruckendes Exemplar, sondern steht auch stellvertretend für die Veränderungen im Ökosystem des Bodensees. Welse sind nachtaktive und anpassungsfähige Fische mit einem ausgeprägten Geruchs- und Tastsinn. Ihre Ernährung umfasst eine Vielzahl von Tieren, darunter Fische, Enten und sogar Mäuse. Diese Vielseitigkeit trägt zur Stabilität ihrer Population bei.
Blum, der die Fischerei in dritter Generation betreibt und zusätzlich ein Fischrestaurant führt, ist nicht neu im Geschäft mit großen Welsen. Er besitzt den größten präparierten Fisch Europas in seinem Restaurant und hat bereits in der Vergangenheit einen längeren, jedoch leichteren Wels gefangen. Der Kopf des jetzt gefangenen Welses wog über 21 Kilogramm, was die Dimensionen dieses Fangs zusätzlich verdeutlicht. Blum bemerkt, dass die Welse im Bodensee aufgrund der ansteigenden Wassertemperaturen in Zukunft noch größer werden könnten.
Fischerei und kulinarische Tradition
Die Saison für die Fischerei beginnt normalerweise erst im Mai, doch Blums Fang zeigt, dass auch außerhalb dieser Zeit außergewöhnliche Fische gefangen werden können. Die Familie Blum betreibt ihr Geschäft seit den 1920er-Jahren und hat sich einen Namen für die Qualität ihrer Fische gemacht. Auch im Restaurant wird Wels als eine Delikatesse angeboten, was die kulturelle Bedeutung dieses Fisches in der Region unterstreicht.
Für weitere Informationen zu diesem faszinierenden Thema und den aktuellen Entwicklungen in der Fischerei am Bodensee lesen Sie auch die ausführlichen Berichte auf vorarlberg.orf.at und suedkurier.de.