Im Bodensee hat ein Berufsfischer aus Vorarlberg, Österreich, einen beeindruckenden Fang gemacht. Franz Blum, 45 Jahre alt, zog einen 260 cm langen und 109 kg schweren Wels aus dem Wasser. Der Fang ereignete sich in der Nähe der Rheinmündung und dauerte rund 20 Minuten. Dies ist der schwerste Fisch, den Blum je gefangen hat, und das, obwohl die reguläre Fang-Saison erst im Mai beginnt. Besonders überraschend war der Fang, da Welse bei den aktuellen Wassertemperaturen als träge gelten. Blum teilte seine Freude über diesen außergewöhnlichen Fang auf Facebook und betonte die wachsenden Welse im Bodensee, die auf die steigenden Wassertemperaturen zurückzuführen sind. Der Kopf des Welses wog über 21 kg, und Blum schätzt das Alter des Fisches auf etwa 45 Jahre.
Die Fischerei in Fußach, die seit 2005 in dritter Generation von Blum betrieben wird, hat eine lange Tradition, die bis in die 1920er-Jahre zurückreicht. Neben seiner Tätigkeit als Fischer betreibt Blum auch ein Fischrestaurant, in dem Wels auf der Speisekarte steht. Der Wels, der größte Süßwasserfisch Europas, kann theoretisch bis zu seinem Lebensende weiterwachsen. Dies ist besonders relevant, da im Bodensee keine natürlichen Feinde für den Wels existieren und die steigenden Wassertemperaturen sein Wachstum begünstigen. Der größte jemals dokumentierte Wels wurde im italienischen Fluss Po gefangen und maß 2,85 m. Ein inoffizieller Weltrekord von 2,92 m wurde in Polen gemeldet, wartet aber noch auf eine offizielle Bestätigung.
Eine Delikatesse und ihre Auswirkungen
Franz Blum zerlegte den gefangenen Wels und verkaufte ihn, wobei 30 bis 35 Prozent des Fisches verwertbar waren. Wels gilt unter Fischliebhabern als Delikatesse und wird nicht nur wegen seiner Größe geschätzt. In der Region gibt es jedoch auch Bedenken. Ein Vorfall im Juni 2025, bei dem ein großer Wels Badegäste im Brombachsee angriff, führte zu leichten Verletzungen. Die Polizei musste das Tier erlegen, was die Diskussion über die Sicherheit in den Gewässern anheizte. Im Gegensatz zu diesem Vorfall war Blums Wels jedoch nicht problematisch.
Die Ausbreitung des Europäischen Welses (Silurus glanis) in Mitteleuropa steht im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels. Ursprünglich im Donaueinzugsgebiet beheimatet, wurde der Wels in den 1970er Jahren in verschiedene Gewässer eingeführt. In den letzten Jahren hat die Wels-Population in Flüssen und Seen signifikant zugenommen, was durch eine Studie von 2025 bestätigt wird. Der Wels bevorzugt wärmere Gewässer, und steigende Temperaturen schaffen ideale Lebensbedingungen. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Wels-Population, sondern auch auf die lokalen Ökosysteme, da große Welse als opportunistische Jäger auftreten und die Nahrungsnetzstruktur verändern können.
Fischerei und Managementstrategien
Die Präsenz großer Welse erfordert eine Auseinandersetzung mit möglichen Managementstrategien, um die Ausbreitung zu kontrollieren. Dazu gehören gezielte Befischung und Regelungen für den Besatz. Gleichzeitig bleibt der Wels ein wertvoller Ziel- und Speisefisch für Angler. Die ökologischen Auswirkungen der Wels-Ausbreitung sind erheblich und erfordern weitere wissenschaftliche Untersuchungen, um geeignete Managementstrategien zu entwickeln. Blums Fang ist ein Beispiel für die beeindruckenden Dimensionen, die dieser Fisch erreichen kann, und zeigt, wie die Veränderungen im Klima und in den Gewässern die Fischpopulationen beeinflussen.
Für Blum und die Region ist der Wels nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch ein Symbol für die Veränderungen in der Natur. Mit einem Auge auf die Zukunft bleibt die Frage, wie sich die Fischerei und die Ökosysteme weiterhin anpassen werden.