In einer beeindruckenden Aktion hat der Fischer Franz Blum aus Fußach, Vorarlberg, einen gigantischen Wels aus dem Bodensee gefangen. Mit einer Länge von 260 Zentimetern und einem Gewicht von 109 Kilogramm gehört dieser Fang zu den größten Welsen, die in den letzten Jahren in diesem Gewässer gefangen wurden. Der Fangort lag in der Nähe der Rheinmündung, und Blum benötigte viel Kraft und Geschick, um den mächtigen Fisch ins Boot zu bekommen. Er schätzt das Alter des Welses auf etwa 45 Jahre, was in Anbetracht der Lebensspanne dieser Art, die bis zu 80 Jahre erreichen kann, bemerkenswert ist. Welse sind die größten Süßwasser-Raubfische Europas und haben im Bodensee praktisch keine natürlichen Feinde, wodurch sie zu dominanten Räubern im Ökosystem werden.

Der gefangene Wels wurde bereits verarbeitet und verkauft. Blum hat zudem einen anderen, noch längeren Wels in seinem Geschäft präpariert. Der Wels ist bekannt für sein mildes, festes, weißes Fleisch, das als geschätzter Speisefisch gilt. Laut einer Quelle von Schwäbische.de könnte das mildere Winterklima des Bodensees das Wachstum der Welse begünstigen, was die Fangzahlen in den kommenden Jahren steigern könnte.

Die Rolle des Welses im Ökosystem

Welse sind anpassungsfähige, nachtaktive Grundfische mit einem opportunistischen Ernährungsverhalten, was bedeutet, dass sie sich an die Verfügbarkeit von Beute anpassen. Ihr Speiseplan umfasst hauptsächlich Fische, aber auch Insekten, Würmer, Krebse und gelegentlich kleine Wasservögel oder Säugetiere. Diese Flexibilität macht sie zu wichtigen Bestandteilen des aquatischen Ökosystems, da sie zur Regulierung der Fischbestände beitragen und damit die Gewässergesundheit unterstützen. Diese Rolle wird zunehmend wichtiger, da der Klimawandel die Wassertemperaturen ansteigen lässt und somit das Wachstum dieser Spezies fördert.

Der Wels wurde zudem zum Fisch des Jahres 2026 gekürt, eine Auszeichnung, die durch den Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI) verliehen wird. Diese Entscheidung basiert auf der Bedeutung des Welses für die naturschutzrelevanten Aspekte, die auch in seiner ursprünglichen Region, dem Donau- und Rheinsystem, von Bedeutung sind. Interessanterweise hat sich die Verbreitung des Welses in Deutschland durch menschliche Eingriffe seit dem 19. Jahrhundert erweitert, was zu seiner Ansiedlung in Regionen führte, in denen er ursprünglich nicht vorkam.

Ökologische Herausforderungen und Erhaltungsmaßnahmen

Obwohl der Wels in der bundesweiten Roten Liste der Süßwasserfische als ungefährdet gilt, steht er in der Öffentlichkeit oft als gefährlicher Räuber im Fokus. Die Merkmale des Welses sind eindrucksvoll: ein langgestreckter, walzenförmiger Körper, eine schleimige, schuppenlose Haut und ein breiter Kopf mit feinen Bürstenzähnen. Dennoch ist es wichtig zu erkennen, dass menschliche Eingriffe in die natürlichen Lebensgemeinschaften auch negative Auswirkungen haben können, wie das Verdrängen heimischer Fischarten. Daher ist bei der Pflege und Erhaltung der Gewässer ein ausgewogenes Management erforderlich, um die Biodiversität und die Gesundheit der Ökosysteme zu wahren.

Die Wahl des Welses zum Fisch des Jahres ist nicht nur eine Ehre, sondern auch ein Aufruf zur Verantwortung im Umgang mit unseren Gewässern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf vorarlberg.orf.at sowie auf der Website des DAFV, wo der Wels als Fisch des Jahres 2026 vorgestellt wird hier.