Am malerischen Gardasee, einem beliebten Ziel für deutschen Tourismus, bricht derzeit eine ungebetene Herausforderung auf. Die Fischer an den Ufern des Sees schlagen Alarm: Welse, furchterregende Raubfische, breiten sich rapide aus und verursachen Sorgen bei den heimischen Fischern, die um ihre Bestände bangenden. Diese gefräßigen „Torpedos“, wie sie liebevoll genannt werden, sind nicht nur für andere Fische, sondern auch für die Wasserlebensräume selbst eine Bedrohung. Ein Bericht auf Ruhr24 beschreibt die verheerende Kraft der Welse, die alles fressen, was in ihr Maul passt. Das reicht von kleinen Fischen über Enten bis hin zu Kormoranen.

Eine besorgniserregende Aussage kommt sogar von Fischern, die unbestätigte Berichte über Welse erwähnen, die in einigen Fällen Hunde angegriffen haben sollen. Die Ursache für diese bedrohliche Ausbreitung? Der Klimawandel spielt eine wesentliche Rolle. Höhere Wassertemperaturen begünstigen das Wachstum und die Fortpflanzung der Welse, was die Neubesiedlung dieses beliebten Gewässers weiter vorantreibt.

Gefahr für das ökologische Gleichgewicht

Der Gardasee ist nicht nur für seine atemberaubende Kulisse bekannt, sondern auch für seine einzigartige Artenvielfalt – seltene Fische und Krebse leben in seinen Gewässern. Mit der Zunahme der Wels-Population wird jedoch das ökologische Gleichgewicht gefährdet. Der Europäische Wels kann bis zu 200 kg wiegen und bis zu 3 Meter lang werden, ein im Deutschen Gewässern gesundend Mangel darstellt. Robert Arlinghaus vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei beruhigt die Urlauber jedoch: „Für Schwimmer besteht keine Gefahr von Welsen, da sie nachtaktiv sind und kleine, stumpfe Zähne haben.“

Die Jagd auf diese Raubfische ist mittlerweile auch ein beliebtes Unterfangen für Taucher, die mit Harpunen auf Wels-Pirsch gehen. Ein Artikel auf dem Südkurier beschreibt, wie Taucher mit Apnoetechnik ausrüsten und meist zwischen eineinhalb bis zweieinhalb Minuten unter Wasser bleiben, um diesem gefährlichen Fisch nachzustellen. „Welse sind auf dem Vormarsch und gefährden einheimische Arten, wie viele andere invasive Spezies, die in Gewässern vorkommen“, so die Einschätzung von Fachleuten.

Behörden und Bürger in der Pflicht

Die Behörden sind gefordert, wenn es um die Unterstützung der Fischer geht, die versuchen, das ökologische Gleichgewicht im Gardasee zu schützen. Der Vizepräsident der Gemeinde Garda, Filippo Gavazzoni, äußert seine Bedenken über die Wels-Population und betont die Notwendigkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Experten vermuten, dass die Welse durch Wels-Fans absichtlich in den Gardasee gebracht wurden, was die Problematik noch verstärkt. Um die Gefahren durch invasive Arten zu bekämpfen, ist es unerlässlich, Aufklärung über die Risiken des Aussetzens fremder Arten zu leisten.

Invasive Arten sind weltweit ein großes Thema und auch in Deutschland breiten sich inzwischen Welse und andere invasive Fischarten aus. Ein Beitrag von RBB24 thematisiert, dass die Folgen solcher Ausbreitungen verheerend für die einheimische Fauna und Flora sein können. Effektive Schutzmaßnahmen gegen invasive Arten sind dringend notwendig, um die heimischen Bestände zu erhalten und die Artenvielfalt in unseren Gewässern zu schützen.

Die Situation am Gardasee verdeutlicht die Notwendigkeit einer umfassenden Strategie, um den Herausforderungen des Klimawandels und der invasiven Arten Herr zu werden. Fischer, Behörden und die Urlauber selbst müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen, um den Gardasee als attraktives und sicheres retourniertes Ziel für alle zu bewahren.