In Wels tut sich etwas Erfreuliches in Sachen Energiebedarf und Klima. Vor einem Jahr wurde die Energiegemeinschaft Wels ins Leben gerufen, und die Bilanz kann sich sehen lassen: Die Initiative hat nicht nur Fuß gefasst, sondern sich auch erfolgreich entwickelt. Ihr Ziel: die Energiewende auf lokaler Ebene zu fördern, fernab der großen Konzerne und ihrer oft langsamen Strukturen. Der Fortschritt ist so beeindruckend, dass die Gründung durch ihre Mitglieder gleich in mehrere Stadtteile ausgeweitet wird.
Als Herzstück der Gemeinschaft fungieren die Besitzer von Photovoltaikanlagen, die ihren überschüssigen Strom direkt an Nachbarn weitergeben können. So können die Strombezieher bis zu 38 Prozent ihrer Energiekosten sparen – ein echtes Schnäppchen. Für die Produzierenden gibt es obendrein eine höhere Vergütung für ihre Kilowattstunde im Vergleich zu herkömmlichen Einspeisetarifen.
Ein Aufruf zur Teilnahme
Mitgründer Andreas Rathmayr hebt die Vorteile der lokalen Nutzung hervor, dabei geht es um eine Entlastung des Netzes und eine Stabilisierung der Strompreise, was den Anwohnern zugutekommt. „Das ist nicht nur wirtschaftlich klug, sondern auch nachhaltig“, sagt er. Partner Bernhard Haslehner sieht in der Erweiterung einen logischen Schritt, um noch mehr Menschen an dieser Erfolgsgeschichte teilhaben zu lassen. Wer Interesse hat, kann sich einfach über die neoom-App registrieren, die Anmeldung dauert nur wenige Minuten und bestehende Lieferverträge bleiben unberührt.
Die Einladung zur Teilnahme geht an die Stadtteile Puchberg, Niederthan, Oberthan, Oberhaid, Laahen, Neustadt und Wimpassing. Die Zielgruppe sind nicht nur Haushalte, sondern auch Betriebe, Geschäfte und Gasthäuser, natürlich alles mit einem hohen Tagesverbrauch. Um besonders faire Konditionen zu gewährleisten, können neue Produzenten ihren Solarstrom zu einem attraktiven Tarif von neun Cent pro Kilowattstunde einspeisen. So wird angestrebt, Strom dort zu verbrauchen, wo er entsteht – ein echter Beitrag zum Klimaschutz.
Vorteile für alle
Doch die Vorteile gehen über die bloße Preisreduktion hinaus. Das konnten auch die politischen Rahmenbedingungen und Regelungen für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) im Land unter Beweis stellen. Laut energiegemeinschaften.gv.at profitieren Mitglieder von finanzielle Anreizen, wie dem Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags und reduzierten Netzentgelten. Diese Regelungen gelten seit dem 01.07.2022 für Strom aus allen erneuerbaren Quellen und bieten damit einen stabilen ökonomischen Anreiz für die Teilnehmenden.
Doch wie funktioniert das eigentlich genau? Bei der Energiegemeinschaft geht es um das Teilen und lokale Nutzen von selbst erzeugtem Strom. Wie energiemarie.de beschreibt, werden durch das Teilen von überschüssigem Strom nicht nur große Energieversorger entlastet, sondern auch die regionale Energieversorgung gestärkt. Die Diversifikation der Stromerzeugung und -verteilung spielt hier eine zentrale Rolle und bringt die Energiewende ein Stück weiter voran.
In vielen europäischen Ländern hat dieses Konzept bereits Fuß gefasst. Auch Österreich ist hier kein unbeschriebenes Blatt. Wer also darüber nachdenkt, Teil dieser revolutionären Idee zu werden, sollte sich nicht entmutigen lassen. Unterstützung bei der Registrierung bietet das Gründerteam der Energiegemeinschaft gerne an – auf www.energiegemeinschaft-wels.at gibt es alles, was man braucht, um den ersten Schritt in die Zukunft zu machen.