Im März 2026 wurde im Stadtweiher Sprendlingen ein toter Wels entdeckt, der mit einer Länge von 2,60 Metern und einem Gewicht von etwa 100 Kilogramm aufwarten konnte. Mitglieder des Angelsportvereins (ASV) Sprendlingen transportierten den Fisch mit zwei Schubkarren ab. Dieses Ereignis bringt eine jahrzehntelange Legende in die Realität zurück: In den 1980er Jahren wurden zwei Jungwelse in den Stadtweiher eingesetzt, die von drei Anglern während einer Skatrunde im Wertkauf-Supermarkt in Sprendlingen gekauft wurden. Seitdem ist die Existenz des zweiten Welses, der viele Angler über die Jahre hinweg herausgefordert hat, zu einem Mythos geworden. Ein Wels von etwa 1,40 Metern wurde Ende der 1990er Jahre gefangen, während zahlreiche Versuche, den zweiten Wels zu fangen, ins Leere liefen.

Im Jahr 2006 wurde der Stadtweiher sogar mit Hilfe des THW leergepumpt, jedoch ohne dass der gesuchte Wels gefunden wurde. Der Fund des toten Welses bestätigt nun die Vermutung der Angler über das Überleben des zweiten Welses, was das Interesse an der Geschichte rund um diesen Fisch neu entfacht. Die Legende des Welses im Stadtweiher wird nun mit dem berühmten Loch-Ness-Monster verglichen, und die Gerüchte über seine Existenz scheinen sich endlich zu bewahrheiten. Mehr dazu hier.

Ein anderer Wels sorgt für Aufregung

Doch nicht nur in Sprendlingen sorgt ein Wels für Aufsehen. Ein aggressiver Riesenwels, der rund 90 Kilogramm wiegt, wurde kürzlich im Brombachsee in Bayern beobachtet. Dieser Fisch hielt sich längere Zeit in der Nähe einer Schwimminsel auf und griff wiederholt Badegäste an. Rettungskräfte des Roten Kreuzes mussten vor Ort Bisswunden versorgen. Die Wasserwacht alarmierte die Polizei, die daraufhin den Badebereich sperrte, um weitere Angriffe zu verhindern. Schließlich wurde der Fisch als Sicherheitsrisiko eingeschätzt und von einem Polizisten mit seiner Dienstpistole erschossen. Zwei Angler bargen den Fisch später aus dem See, und erst danach wurde der Badebereich wieder freigegeben. Hier gibt es weitere Informationen dazu.

Welse können extrem groß werden und sorgen immer wieder für Aufsehen in Deutschland. Ein bekannter Fall ist „Kuno, der Killerwels“ aus Mönchengladbach, der vor über 20 Jahren international mediale Berühmtheit erlangte. 2003 wurde ein Wels in Mönchengladbach tot entdeckt, der als „Kuno“ identifiziert wurde und anschließend ausgestopft in einem Museum ausgestellt wurde. Neben Welsen gibt es vereinzelt Berichte über Hechte, die Badegäste beißen, was jedoch als extrem selten gilt. Die Erderwärmung begünstigt zudem das Wachstum wärmeliebender Fischarten und führt zu einer Zunahme der Sichtungen von größeren Welsen in deutschen Gewässern, die kleinere Fischarten verdrängen.

Die Rolle der Welse im Ökosystem

Flusswelse sind ursprünglich in Osteuropa beheimatet und wurden in den 1970er Jahren von Anglern in Westeuropa eingeführt. Diese Art kann bis zu 1,5 Meter lang und 50 Kilogramm schwer werden und hat sich in mindestens zehn Ländern in West- und Südeuropa verbreitet. In ihrem ursprünglichen Lebensraum sind die Welse stabil, jedoch können sie in neuen Gebieten gefährdete Arten wie Maifisch und Atlantischen Lachs dezimieren. Frédéric Santoul beobachtete erstmals das Jagdverhalten des Flusswelses in Albi, Südfrankreich, und warnte davor, dass der Wels die einheimischen Fischarten ausrotten und die Ökosysteme der Flüsse verändern könnte. Hohe Wassertemperaturen und niedriger Sauerstoffgehalt begünstigen das Wachstum der Welse. Hier erfahren Sie mehr über die Auswirkungen der Welse auf die Ökosysteme.

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Die Diskussion um die Welse in deutschen Gewässern zeigt nicht nur die Faszination, die von diesen großen Süßwasserfischen ausgeht, sondern auch die Herausforderungen, die ihre Existenz für die einheimischen Fischarten mit sich bringt. Die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit europäischer Länder zum Schutz der Süßwasser-Ökosysteme und der Wanderfische wird immer deutlicher.