In der Stadt Wels, genauer gesagt im Wels-Land, hat sich in den letzten Jahren ein ganz besonderes Angebot etabliert, das sich an Menschen richtet, die einen Verlust erlitten haben. Der Verein Rollende Engel ist seit über sechs Jahren in ganz Österreich aktiv und widmet sich der Herzenswunsch-Erfüllung für schwerkranke Menschen. Bislang haben ehrenamtliche, medizinisch geschulte Wunscherfüller über 800 Wünsche realisiert, wobei jede Wunscherfüllung auch einen Abschied für die Betroffenen und deren Angehörige darstellt. Im vergangenen Jahr wurde das „Wunsch Café“ ins Leben gerufen, ein geschützter Raum für Trauernde, der sich schnell zu einem wichtigen Treffpunkt entwickelt hat.
Das „Wunsch Café“ bietet nicht nur einen Ort, um Gedanken und Erinnerungen auszutauschen, sondern auch die Möglichkeit, Emotionen zu zeigen – sei es beim Weinen oder Lachen. Das Konzept basiert auf Erfahrung und nicht auf professioneller Psychologie und ist somit für viele Besucher eine willkommene Abwechslung im Umgang mit ihrer Trauer. Es findet einmal im Monat statt und ist kostenlos. Der nächste Termin ist am 18.03.2026 von 15:00 bis 16:30 Uhr in der Ligusterstraße 4, 4600 Wels. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 07242 309 309. Weitere Informationen sind unter www.rollende-engel.at/wunschcafe/ verfügbar.
Ein Ort des Trostes und der Gemeinschaft
Das „Wunsch Café“ hat sich als ein geschätzter Ort etabliert, an dem Trauernde miteinander ins Gespräch kommen können. Hier ist es den Teilnehmern freigestellt, ob sie in der Gruppe bleiben oder Einzelgespräche führen möchten. In diesem geschützten Raum dürfen Emotionen gezeigt werden, und es wird Wert auf die Vertraulichkeit persönlicher Informationen gelegt. Die Barrierefreiheit des Zugangs und die Verfügbarkeit kostenloser Parkplätze runden das Angebot ab.
Die Wunscherfüller Anja Lindner und Birgit Zinhobel bringen über 20 Jahre Erfahrung in der Pflege und Begleitung mit. Sie bieten Trost und Hoffnung und helfen den Trauernden, sich in ihrer Emotion zurechtzufinden. Die Besucher berichten von positiven Erfahrungen, und die Teilnehmerzahlen wachsen stetig.
Wichtige Begleitung in schweren Zeiten
Ehrenamtliche Mitarbeitende in der Hospiz- und Trauerarbeit, wie die Wunscherfüller im „Wunsch Café“, werden sorgfältig ausgewählt und auf ihre Aufgaben vorbereitet. Sie durchlaufen Schulungen zu medizinischen und ethischen Aspekten sowie zur Auseinandersetzung mit Themen wie Sterben, Tod und Trauer. Solche Unterstützungsangebote sind essentiell, da sie Menschen in schwierigen Lebenslagen beistehen und ihnen helfen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Das Lacrima-Programm beispielsweise bietet Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, um ihnen beim Umgang mit Verlust zu helfen.
In einer Zeit, in der viele Menschen mit Trauer und Verlust konfrontiert sind, sind Angebote wie das „Wunsch Café“ und die Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer unbezahlbar. Sie schaffen einen Raum für Gemeinschaft, Trost und die Möglichkeit, gemeinsam zu trauern. Es ist ein Zeichen der Menschlichkeit, in schweren Zeiten füreinander da zu sein und gemeinsam Wege zu finden, mit Trauer umzugehen.