In Wels hat ein neues Forschungszentrum für Wasserstoff das Licht der Welt erblickt und könnte die Weichen für eine umweltfreundliche Energiewende stellen. Die feierliche Eröffnung des Zentrums fand am 2. Oktober 2025 statt und soll die heimische Industrie beim Wechsel zu Wasserstoff als nachhaltigem Brennstoff unterstützen. Dieses innovative Projekt erhielt eine Investition von insgesamt 7,6 Millionen Euro, wovon 6,4 Millionen Euro aus Mitteln der EU und des Landes Oberösterreich stammen. Der restliche Betrag wurde von der Stadt Wels aufgebracht.
Der Landesrat für Wirtschaft, Markus Achleitner (ÖVP), unterstrich die Bedeutung des Wasserstoffs für die zukünftige Energieversorgung. Besonders in der Schwerindustrie könne Wasserstoff neue Wege eröffnen und zur Überbrückung von Solarstromengpässen im Winter beitragen. Auch in der Automobilbranche sei eine steigende Nutzung von Wasserstoff zu erwarten.
Hochmoderne Forschungsanlage mit viel Potenzial
Das Herzstück des neuen Wasserstoffforschungszentrums ist eine multifunktionale Testanlage mit einer Fläche von 600 Quadratmetern. Diese hochmoderne Anlage wird es Unternehmen und Institutionen ermöglichen, klimaneutrale Gase und Komponenten zu entwickeln und zu testen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Energieversorger eww Wels soll die Nutzung von Wasserstoff weiter vorantreiben.
Die Testanlage umfasst vier Teststände, die verschiedene Anwendungen in den Bereichen Strom, Wärme, Gase und Sektorkopplung abdecken. Dazu zählt beispielsweise die thermische Nutzung von Wasserstoff in der CO2-intensiven Industrie sowie die Wechselwirkung von Wasserstoff mit unterschiedlichen Materialien. Ziel ist es, den heimischen Unternehmen als Anlaufstelle für Produkt- und Technologiewentwicklung zu dienen, um die Position Oberösterreichs als Forschungs- und Entwicklungsstandort zu stärken.
Der Weg zur Dekarbonisierung
Die Schaffung dieses Wasserstoffzentrums kommt genau zur richtigen Zeit, denn die Notwendigkeit der Dekarbonisierung in der Industrie ist drängend. Die Suche nach alternativen Energiequellen ist nun ein zentrales Anliegen. So sieht die Fraunhofer-Gesellschaft Wasserstoff als einen entscheidenden Faktor, um die Emissionen zu reduzieren und die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein Übergang zu zirkulären Verwertungssystemen wird angestrebt, um Ressourcen zu schonen.
Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) betont, dass Wels nun als Energiehauptstadt Österreichs gilt. Mit dem Campus Wels als innovativem Standort und der Unterstützung der Stadt wird ein starkes Zeichen gesetzt, dass der Weg zur sauberen Energieversorgung geebnet ist.
Die Zukunft des Wasserstoffs in Oberösterreich sieht vielversprechend aus: Das neue Forschungszentrum könnte zum Dreh- und Angelpunkt für nachhaltige Entwicklungen im Energiebereich werden und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.
Wer mehr über die Entwicklungen rund um das Wasserstoffprojekt erfahren möchte, findet weitere Details auf meinbezirk.at, fh-ooe.at und fraunhofer.de.