In der Gemeinde Steinhaus im Bezirk Wels-Land gibt es einen Landwirt, der mit seinem innovativen Ansatz in der Landwirtschaft für Aufsehen sorgt. Martin Ziegelbäck, 53 Jahre alt, gilt nicht nur als Agrartechnik-Pionier, sondern verfolgt auch das ehrgeizige Credo: „Ökologisierung durch Technisierung.“ Er vereint Ackerbau und Schweinehaltung mit hochmoderner Agrartechnik zu einem nachhaltigen Gesamtkonzept und setzt dabei auf gemeinschaftlich genutzte Hightech-Geräte als Obmann der Maschinengemeinschaft ATW – Agrar Tech Wels.
Im Jahr 2022 investierte Ziegelbäck in zwei Drohnensysteme, die ihm helfen, seine Felder effizient zu bewirtschaften. Eine Drohne mit Multispektralkamera liefert wertvolle Daten über Pflanzengesundheit, Bestandsdichte und Nährstoffversorgung. Mithilfe einer KI-gestützten Auswertung dieser Daten kann Ziegelbäck punktgenau düngen, was als „Spot-Spraying“ bekannt ist. Diese Methode ermöglicht es, nur die Stellen zu düngen, die es tatsächlich benötigen, und trägt so zur Erhaltung humusreicher und fruchtbarer Böden bei. Die zweite Drohne hat eine Nutzlast von 50 Kilogramm und wird häufig für die Aussaat von Zwischen- und Begrünungskulturen verwendet. Aktuell ist der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel aus der Luft jedoch noch nicht erlaubt.
Die Zukunft der Landwirtschaft
Ziegelbäck hat im Jahr 2023 das Unternehmen „ZIMA Farming Innovation“ gegründet und beobachtet ein wachsendes Interesse an neuen Technologien bei Landwirten im Bezirk Wels-Land. Hochspezialisierte Agrardrohnen sind zwar noch kein flächendeckender Standard, werden jedoch zunehmend verbreitet. Seine Vision für den Bauernhof 2030 ist das Konzept des „per plant farming“, bei dem jede Pflanze individuell betreut wird. Er ist überzeugt, dass die Arbeit für Landwirte auch in 20 Jahren nicht weniger werden wird.
In einer Online-Veranstaltung mit dem Titel „Möglichkeiten des Drohneneinsatzes in der Landwirtschaft“, die am 25.11.2025 stattfand, wurden aktuelle Einsatzfelder von Drohnen in der Landwirtschaft beleuchtet. Die Themen umfassten unter anderem die Bestandsüberwachung und die Ableitung von Maßnahmen in der Bestandesführung. Darüber hinaus wurden Erfahrungen aus dem LVG Köllitsch über drohnenbasiertes Spot Spraying von Herbiziden sowie der Einsatz von Thermalkameras zur Rehkitzrettung diskutiert. Solche Entwicklungen zeigen das Potenzial von Drohnen für eine effiziente und nachhaltige Landwirtschaft und beleuchten gleichzeitig die Herausforderungen, die noch überwunden werden müssen.
Technologische Entwicklungen und Herausforderungen
Auf der Agrarschau Allgäu 2025 wurden technologische Entwicklungen zur nachhaltigen und effizienten Landwirtschaft präsentiert. Die Landwirtschaft steht vor Herausforderungen wie dem Klimawandel, einer steigenden Nachfrage und dem Druck zur Nachhaltigkeit. Technologien wie Drohnen und intelligente Bodenanalysen sollen dabei helfen, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig umweltfreundlicher zu wirtschaften. Hochmoderne Systeme zur Felderüberwachung mit Multispektralkameras messen Vegetationsindizes wie den NDVI, um den Pflanzenzustand zu analysieren und gezielte Düngung und Bewässerung zu ermöglichen.
Doch mit diesen Chancen kommen auch Herausforderungen. Die Digitalisierung verspricht Effizienzgewinne und Ressourcenschonung, birgt jedoch Risiken wie den Verlust traditioneller Arbeitsplätze durch Automatisierung und hohe Kosten für Agrartechnologie, die kleinere Betriebe benachteiligen könnten. Zudem muss die langfristige Nachhaltigkeit dieser Technologien kritisch betrachtet werden, insbesondere im Hinblick auf den Rohstoffbedarf und den Energieverbrauch.
Die digitale Zukunft der Landwirtschaft ist also ein spannendes, aber auch herausforderndes Feld. Innovationen wie die von Martin Ziegelbäck können Erträge maximieren und Ressourcen schonen, aber sie müssen auch verantwortungsvoll und nachhaltig eingesetzt werden. Das Interesse an neuen Technologien wächst, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Landwirtschaft in den kommenden Jahren entwickeln wird.