Die Freiwillige Feuerwehr in Pasching spielt eine unverzichtbare Rolle im Alltag der Gemeinde, denn sie ist rund um die Uhr im Einsatz, wenn es brennt, bei Verkehrsunfällen, Überschwemmungen oder Sturmschäden. Doch die Herausforderungen, mit denen die Feuerwehr konfrontiert ist, werden nicht kleiner. Besonders tagsüber, von 9 bis 17 Uhr, gestaltet sich die Mobilisierung der Einsatzkräfte schwierig, denn viele Mitglieder sind beruflich gebunden. Das führt zu einem akuten Personalmangel, der in zahlreichen Medien in ganz Österreich thematisiert wird. Mein Bezirk berichtet.
Der Druck auf die Feuerwehren steigt nicht nur lokal. Auch in Deutschland zeigt sich ein besorgniserregendes Bild. Die Feuerwehren sind überlastet, insbesondere aufgrund von klimabedingten Herausforderungen wie Waldbränden und Hitzewellen. Laut der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft sind Rettungsmittel in Städten wie Hamburg oder Berlin oft nicht ausreichend, was die Rettungskräfte in eine Notlage bringt. Der Personalmangel wird als eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erkannt. Watson analysiert die aktuelle Situation genauer.
Die Auswirkungen des Stellenmangels
Der Rückgang an Bewerbern ist ein großes Problem, das nicht mehr ignoriert werden kann. So gibt es in Deutschland rund 48.100 Feuerwehren, wobei die Freiwilligen Feuerwehren den größten Teil ausmachen und über eine Million Mitglieder haben. Leider sind die Herausforderungen nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland beachtlich. Die Zahl der Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten steigt kontinuierlich an. Im Jahr 2022 gab es in Deutschland circa 2,8 Millionen Einsätze zur Rettung von Personen im Notfall oder bei Krankheit. Die Einsatzzahlen steigen, was zum Teil auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist. Immer mehr ältere Menschen benötigen die Hilfe von Rettungsdiensten.Statista zeigt, dass der Schwerpunkt der Einsätze sich auf Retten, Bergen und Schützen verlagert hat.
Doch nicht nur die Anzahl der Einsätze ist besorgniserregend. Auch die Sicherheit der Feuerwehrleute selbst steht auf der Kippe. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Zwischenfälle gemeldet, bei denen Feuerwehrangehörige beleidigt oder sogar körperlich angegriffen wurden. Fast die Hälfte der aktiven Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren berichtete von solchen Erfahrungen in den letzten zwei Jahren. Dies ist ein alarmierendes Zeichen und verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Feuerwehrleuten die Anerkennung und Unterstützung zukommen zu lassen, die sie verdienen.
Die Situation erfordert jetzt mehr denn je ein Umdenken in der Politik und Gesellschaft. Die Gewerkschaften fordern eine umfassende Einstellungs- und Ausbildungsoffensive, um dem Personalmangel entgegenzuwirken. Der Fachvorstand Feuerwehr der Gewerkschaft Verdi schlägt vor, mindestens 5.000 zusätzliche Feuerwehrleute bis 2025 auszubilden. Ohne solch unverzügliche Maßnahmen könnte die Sicherheit der Bevölkerung in Gefahr geraten. Es wird am besten sichtbar, wenn man sich vor Augen hält, dass Feuerwehrleute im Durchschnitt 6,8 Überstunden pro Woche leisten – und das, obwohl sie eine Regelarbeitszeit von 48 Stunden haben. Wir dürfen die wertvolle Arbeit der Feuerwehr nicht vergessen und sollten dringend daran arbeiten, die Bedingungen für die Einsatzkräfte zu verbessern.