Im Bezirk Wels-Land haben die Feuerwehren im Januar an einer speziellen Tunnel-Grundausbildung teilgenommen, um sich bestmöglich auf den Ernstfall vorzubereiten. Die Ausbildung umfasste insgesamt 17 Stunden, die auf zwei Wochenenden verteilt waren. Hierbei wurden sowohl theoretische als auch praktische Inhalte vermittelt. Zu den theoretischen Inhalten zählten unter anderem Einsatztaktik bei Tunnelunfällen, typische Gefahrenlagen, Belüftungssysteme, Sicherheitseinrichtungen sowie die Organisation von Atemschutzeinsätzen. Diese Grundlagen sind entscheidend, um im Notfall schnell und effektiv agieren zu können, insbesondere in der oft komplexen Umgebung von Tunneln.
Doch die Theorie ist nur die halbe Miete. Die praktischen Übungen, die die Feuerwehrleute absolvierten, waren ebenso wichtig. Diese beinhalteten unter anderem das Schlauchmanagement auf engem Raum, die strukturierte Schlauchverlegung und die kontrollierte Wasserabgabe beim Löschangriff. Besonders herausfordernd war das Training im Trupp, wo zunächst ohne Maske und später mit Atemschutzgeräten geübt wurde. Ein zentrales Element der Praxis war die Menschenrettung in verrauchten Tunneln, wobei das systematische Absuchen von Fahrzeugen, das rasche Öffnen von Türen und raucharme Arbeiten geübt wurden. Zudem lag ein Augenmerk auf dem sicheren Auffinden und Retten von Personen, was in einem Notfall von entscheidender Bedeutung ist. Weitere Informationen zu dieser Ausbildung können in dem Artikel auf meinbezirk.at nachgelesen werden.
Notfallmanagement und Ausbildungshilfen
Die Deutsche Bahn AG (DB AG) hat im Rahmen ihres Notfallmanagements schriftliche Einsatz- und Ausbildungshilfen entwickelt, die auch für die Feuerwehren von großer Bedeutung sind. Zu diesen Hilfen gehören Einsatzmerkblätter für Schienenfahrzeuge sowie der Leitfaden „Hilfeleistungseinsätze im Gleisbereich“. Allgemeine Informationen und aktuelle Unterlagen zu diesem wichtigen Thema sind online verfügbar und können auf der Website der DB AG abgerufen werden. Insbesondere das Land Baden-Württemberg nimmt eine Vorreiterrolle bei der Ausbildung der Feuerwehren für Tunnelanlagen in ihrem Einsatzgebiet ein. Die Ausbildung findet an der International Fire Academy in Balsthal statt, die sich auf die speziellen Anforderungen von Tunnel- und Bahneinsätzen spezialisiert hat. Weitere Details hierzu sind auf dem Wissensportal der International Fire Academy zu finden unter ifa-swiss.ch.
Besondere Gefahren und Empfehlungen für Rettungseinheiten
Brände auf Untertagebaustellen sind eine besondere Herausforderung, da es oft an Flucht- und Rettungswegen mangelt. Im Brandfall können heißer und giftiger Brandrauch gefährliche Situationen schaffen, die die Rettung von Personen erheblich erschweren. Um dieser Gefahr zu begegnen, haben verschiedene Ministerien in Baden-Württemberg Empfehlungen zur Einrichtung von Rettungseinheiten und deren Zusammenarbeit mit Feuerwehren in Hohlraum- und Tunnelbaustellen herausgegeben. Diese Empfehlungen beinhalten die Erstellung angepasster Rettungs- und Einsatzkonzeptionen für den Bauprozess, die mit örtlichen Feuerwehren abgestimmt werden. Erfahrungen aus großen Projekten wie Stuttgart 21 fließen dabei in die Unterstützung für zukünftige Einsätze mit ein. Weitere Informationen zu diesen Empfehlungen sind auf der Website fbigmbh.com zu finden.