Der Bezug zur Landwirtschaft wird immer wichtiger, insbesondere in einer Zeit, in der viele Kinder und Jugendliche den direkten Kontakt zur Erzeugung von Lebensmitteln verlieren. Dies wurde kürzlich beim „Tag der Landwirtschaft“ deutlich, bei dem Schülerinnen und Schüler der 3b der VS 11 Wels-Lichtenegg und der 3a der VS 3 Wels-Stadt einen Halbtag auf einem „Schule am Bauernhof“-Betrieb im Bezirk Wels verbrachten. Die Veranstaltung, die an zwei Tagen stattfand, zählte insgesamt 410 Kinder, die verschiedene Stationen und Workshops zur Landwirtschaft durchliefen. Ziel dieser Initiative ist es, das Bewusstsein für heimische Lebensmittel zu schärfen und den Kindern die Herkunft von Lebensmitteln sowie die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern praxisnah zu vermitteln. Die Preise für die besten Leistungen wurden von Margit Ziegelbäck, der Vorsitzenden des Bäuerinnenbeirates, und Karin Hangweyrer von der Landwirtschaftskammer Eferding Grieskirchen Wels überreicht. Schwerpunkte der Veranstaltung waren Lebensmittelproduktion, Tierhaltung, Pflanzenbau, Regionalität und ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln. Mehr dazu hier.
In einem ähnlichen Kontext wird der Bauernhof auch als außerschulisches Klassenzimmer genutzt, wie das Projekt „Lernort Bauernhof“ in Baden-Württemberg zeigt. Hier steht die Vermittlung von Wissen über die Herkunft, Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln im Vordergrund. Die Abnahme des Kontakts zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung führt zu einem Wissensverlust, den solche Projekte aktiv bekämpfen. Durch das Erkunden von Bauernhöfen, das Kennenlernen von Tieren und Pflanzen sowie praktische Aktivitäten wie Ernten und Füttern wird den Kindern und Jugendlichen ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge in der Landwirtschaft vermittelt. Weitere Informationen über dieses Projekt finden Sie hier.
Einblicke in die Praxis
Die Aktivitäten im Rahmen des „Lernorts Bauernhof“ fördern nicht nur Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein, sondern auch den respektvollen Umgang mit Tieren. Schüler lernen, wie Lebensmittel erzeugt werden und welche Rolle Umweltschutz in der Landwirtschaft spielt. Themen wie Tierhaltung, Ackerbau, Ökologie und nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen stehen dabei im Fokus. Ann-Kathrin Schmider, Agrarpädagogin, hebt die Bedeutung des Lernorts für die schulische Bildung hervor und betont die Schnittstellen zwischen Schulunterricht und außerschulischem Lernen, die im Bildungsplan von Baden-Württemberg verankert sind. Lehrer haben die Möglichkeit, Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Bauernhöfen über die Zentrale Koordination Lernort Bauernhof in Baden-Württemberg zu erhalten.
Die Zukunft der Bildung auf dem Bauernhof
Mit der steigenden Nachfrage nach außerschulischen Lernorten, besonders nach der Corona-Pandemie, wird der Besuch eines Bauernhofs nicht nur als Ausflug, sondern als Bildungsauftrag betrachtet. Politische Unterstützung, finanzielle Mittel und gut ausgebildete Lehrkräfte sind notwendig, um die Zukunft des Lernorts zu sichern. Der Bauernhof wird dabei als Schule in der Natur beschrieben, wo natürliche Gegebenheiten als Lernumgebung dienen. Über die praktische Erfahrung können Kinder und Jugendliche ein zukunftsrelevantes Wissen entwickeln und ein Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft und regionale Lebensmittel schaffen.
Der Trend, die Landwirtschaft in die schulische Bildung zu integrieren, zeigt, wie wichtig es ist, die nächste Generation für ökologische Zusammenhänge und die Herkunft von Lebensmitteln zu sensibilisieren. Derartige Initiativen bieten nicht nur eine wertvolle Ergänzung zum regulären Unterricht, sondern leisten auch einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der regionalen Identität und zur Förderung eines nachhaltigen Lebensstils.