In Vöcklabruck wird ein besonderes Zeichen für den Frieden gesetzt. Die FraDomo-Kapelle (Sankt Klara) wird zum Schauplatz von Gebetsabenden, die von den Franziskanerinnen zusammen mit Vertretern katholischer, evangelischer und neuapostolischer Gemeinden organisiert werden. Unter dem Motto „Kyrie eleison“, was so viel bedeutet wie „Herr, erbarme dich“ auf Griechisch, sind alle eingeladen, die aktiv zur Stärkung des Friedens beitragen möchten. Die Gebetsabende finden an vier Montagen im März statt: am 2., 9., 16. und 23. um jeweils 19 Uhr. Die Abende bieten eine harmonische Kombination aus Gebet in Worten, Gesang, Instrumentalmusik und stiller Besinnung, geleitet von einem zwölfköpfigen Team aus den Gemeinden.

Das gemeinsame Gebet hat nicht nur eine lokale Bedeutung, sondern greift auch eine tiefere Tradition auf, die bis in die 1980er Jahre zurückreicht. Am 27. Oktober 1986 fand in der Franziskuskirche in Assisi, Italien, der Weltgebetstag für den Frieden statt, initiiert von Papst Johannes Paul II. Hier versammelten sich Vertreter verschiedener christlicher Kirchen und Weltreligionen, um den Frieden zu erflehen. Papst Johannes Paul II. betonte in seiner Ansprache die Notwendigkeit, Unterschiede zu respektieren, dabei jedoch einen gemeinsamen Grund für Zusammenarbeit zu finden. Er sah Gebet als verbindendes Element zwischen den Religionen und rief zur Buße für vergangene Versäumnisse der Katholiken als Friedensstifter auf.

Friedensgebet als globales Anliegen

Die Bedeutung des Gebets als Mittel zur Förderung des Friedens bleibt bis heute relevant. In einem jüngsten interreligiösen Friedenstreffen in Rom, organisiert von Sant’Egidio unter dem Motto „Osare la Pace“ (Frieden wagen), wurde erneut die Rolle der Religionen betont. Die Teilnehmer, darunter Vertreter des Judentums und des Islam, hoben hervor, wie wichtig der Dialog und das Vertrauen zwischen den Religionen sind. Auch die evangelische Pastorin Angela Kunze-Beiküfner erinnerte an die Rolle der Gebete beim friedlichen Fall der Mauer in Deutschland 1989. Solche historischen Momente zeigen, wie Gebet und gemeinsames Handeln über Grenzen hinweg Frieden stiften können.

Die Abende in Vöcklabruck, die am 2. März beginnen, sind also Teil eines größeren Bildes, das in der Geschichte des Glaubens und des Friedens verwoben ist. In einer Zeit, in der Konflikte und Spannungen in verschiedenen Teilen der Welt zunehmen, ist es umso wichtiger, diesen Spirit des Dialogs und der Hoffnung auf Frieden zu fördern. Die leuchtenden Teelichter, die am Ende der Abende ein Kreuz vor dem Altar bilden, stehen symbolisch für das Licht, das aus der Gemeinschaft und dem Glauben an Frieden entsteht.

Für mehr Informationen zu den Gebetsabenden in Vöcklabruck, besuchen Sie bitte die Tipps-Website. Für eine tiefere Einsicht in die historischen Wurzeln dieser Friedensgebete, können Sie die Ansprache von Papst Johannes Paul II. nachlesen hier. Und schließlich bietet der Artikel auf Vatican News auch einen Einblick in die heutigen interreligiösen Bestrebungen für den Frieden.