Im malerischen Mühlviertel, wo die Donau mit der Moldau zusammentrifft, wurde ein neuer Pilgerweg ins Leben gerufen, der nicht nur die spirituelle Tradition stärkt, sondern auch den sanften Tourismus in der Region fördern soll. Der Wilheringer Pilgerweg erstreckt sich über beeindruckende 132 Kilometer und führt größtenteils durch den Bezirk Urfahr-Umgebung. Die offizielle Eröffnung des Weges fand am 19. April im Stift Wilhering statt. Diese Initiative entstand aus der Überlegung, die Wilheringer Pfarrhöfe in Zeiten des Personalmangels sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig den Pilgernden eine tiefere Verbindung zur Natur und Spiritualität zu ermöglichen. Der Weg verbindet das Zisterzienserstift Wilhering mit dem Stift Hohenfurth in Südböhmen, das bereits 1259 von Wilhering aus besiedelt wurde.
Entlang der Route laden 14 Kirchen zu geistlichen Impulsen ein, die inspiriert sind von der Theologie der Zisterzienser und Benediktiner. Die Gemeinden und Ortschaften, die der Pilgerweg durchquert, sind vielfältig: Wilhering, Puchenau, Eidenberg, Geng, Zwettl, Bad Leonfelden, Hohenfurth/Vyšší Brod (CZ), Vorderweißenbach, Traberg, Waxenberg, Oberneukirchen, Neußerling, Gramastetten und Ottensheim. Unterstützt wird dieses wertvolle Projekt durch das EU-Förderprogramm Leader sowie durch den Tourismusverband Mühlviertel, der sich um Vermarktung, Infrastruktur und Informationsangebote kümmert. Das Ziel des Pilgerwegs ist klar: Die Verbindung von spiritueller Tradition mit naturnahem Tourismus soll die Region stärken und neue Nächtigungsimpulse generieren.
Ein Weg zur inneren Reflexion
Der Wilheringer Weg ist mehr als nur ein Fußweg; er ist eine Einladung zur inneren Reflexion und zur Suche nach Sinn. Pilgern hat eine lange christliche Tradition und verbindet Menschen über verschiedene Religionen hinweg. Der Weg fördert nicht nur die körperliche Bewegung, sondern auch die geistige Klarheit. Die „Reise nach innen“ ermöglicht den Pilgernden, ihre Wahrnehmung für die Schöpfung und Gott zu schärfen. Auf dem Weg finden sich fünfzehn „Gs“, die von „Gesegnet“ bis „Gewandelt“ reichen und den Pilgernden Impulse für ihre persönliche Reflexion bieten.
Für eine individuelle Pilgererfahrung können die Pilger ein Programm zusammenstellen, das auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. In den einzelnen Pfarrhöfen stehen Pilgerzimmer zur Verfügung, und die Geistlichen der Pfarrgemeinden sowie Klöster bieten zahlreiche geistliche Angebote an, die genutzt werden können. Abt Reinhold Dessl OCist hat dem Pilgerweg seinen Segen gegeben, was die Bedeutung und die spirituelle Tiefe dieses Projekts unterstreicht.
Sanfter Tourismus im Mühlviertel
Der Wilheringer Pilgerweg passt hervorragend in das Konzept des sanften Tourismus, das darauf abzielt, die Natur zu schonen und eine intensive Naturerfahrung zu ermöglichen. Diese Reiseform fördert nicht nur die kulturelle Anpassung, sondern minimiert auch die negativen Auswirkungen des Massentourismus. Sanfter Tourismus bedeutet, dass Gäste sich überwiegend zu Fuß, mit Booten oder auf dem Rücken von Reittieren fortbewegen, was auch dem Mühlviertel zugutekommt, das insgesamt sieben Pilgerwege bietet.
Die Nachfrage nach nachhaltigen Urlaubsmöglichkeiten wächst, und viele Reisende möchten ihre Reisen umweltbewusster gestalten. So berichtete eine Umfrage, dass 53,7 % der Befragten angaben, ihre Reisen nachhaltiger gestalten zu wollen. Der Wilheringer Pilgerweg bietet eine hervorragende Möglichkeit, diese Wünsche zu erfüllen und gleichzeitig die Eigenart der Region unverfälscht zu erleben. Durch Angebote zur Umweltbildung und die Förderung ökologischer Prinzipien in der Hotellerie wird der sanfte Tourismus im Mühlviertel weiter gestärkt.
Insgesamt zeigt der neue Pilgerweg, wie Tradition und moderne Bedürfnisse miteinander verknüpft werden können, um eine nachhaltige, spirituelle und naturnahe Erfahrung zu bieten. Für weitere Informationen über den Wilheringer Pilgerweg, besuchen Sie die Website hier und um mehr über die Hintergründe des sanften Tourismus zu erfahren, finden Sie interessante Details hier.