Die Bäuerinnen des Bezirkes Urfahr-Umgebung haben einen neuen Meilenstein gesetzt: Die 26-jährige Vanessa Aufreiter aus Alberndorf wurde einstimmig zur neuen Bezirksbäuerin gewählt. Diese Wahl fand in einem feierlichen Rahmen statt, bei dem auch Nadja Poscher, Renate Meindl und Eva Lehermayr als Stellvertreterinnen einstimmig gewählt wurden. Vanessa Aufreiter folgt auf Johanna Haider, die über zehn Jahre lang das Amt innehatte. In ihrer Antrittsrede betonte Aufreiter, dass sie sich dafür einsetzen möchte, die Interessen der bäuerlichen Familien und Bäuerinnen zu vertreten und die Gemeinschaft zu stärken. Johanna Haider gratulierte ihr herzlich und äußerte ihr Vertrauen in das Engagement der neuen Bezirksbäuerin.

Die Wahl wurde von einer Gastrednerin, Sabine Kronberger, begleitet, die ein Referat über die Sichtbarkeit der Bäuerinnen in der Öffentlichkeit hielt. Sie hob hervor, wie wichtig es ist, die Rolle der Bäuerinnen in der Landwirtschaft, Gesellschaft und Familie stärker in den Fokus zu rücken. Nach der Wahl gab es zudem Gelegenheiten für Austausch, Vernetzung und neue Impulse für die zukünftige Arbeit der Bäuerinnen. Die Sektion der Bäuerinnen im OÖ Bauernbund besteht bereits seit 1957 und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Quelle

Wandel in der Wahrnehmung der Landwirtschaft

Die Wahl von Aufreiter und die damit verbundene Stärkung der Bäuerinnen in der Region finden in einem größeren Kontext statt. Eine Civey-Studie im Auftrag des Forum Moderne Landwirtschaft (FML) zeigt, dass sich die öffentliche Wahrnehmung der Landwirtschaft, insbesondere bei jüngeren Menschen, verändert hat. Befragt wurden 2.500 Personen ab 18 Jahren zu Themen wie Nachhaltigkeit, Tierhaltung und alternativen Proteinen. Die Ergebnisse zeigen, dass 51,8 % der Befragten der Meinung sind, dass die Landwirtschaft früher nachhaltiger und naturnäher war. Interessanterweise lehnen über ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen diese Auffassung ab.

Jüngere Menschen empfinden die heutige Landwirtschaft als leistungsfähig, reguliert und nachhaltiger, was durch den besseren Zugang zu Informationen unterstützt wird. Eine breite Zustimmung besteht auch für die biologische Landwirtschaft, die von vielen als Zukunftsmodell betrachtet wird. Die Studie verdeutlicht, dass Landwirte in der Bevölkerung ein höheres Vertrauen genießen als viele andere Akteure, und dass Regionalität einen hohen Stellenwert hat. Diese Entwicklungen zeigen, dass die zentrale Botschaft der letzten Jahre, die Landwirtschaft differenzierter zu betrachten, in der Gesellschaft angekommen ist. Quelle

Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft

Ein zentraler Punkt, der in der aktuellen Diskussion oft zu kurz kommt, ist die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft. Das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft und die Universität Göttingen führen derzeit eine deutschlandweite Untersuchung zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft durch. Ziel dieser Studie ist es, den oft unterschätzten Beitrag von Frauen zur Landwirtschaft und zu ländlichen Räumen zu beleuchten. Frauen übernehmen vielfältige Aufgaben und sind häufig Initiatoren für Betriebsdiversifikationen, wie etwa Direktvermarktung oder soziale Dienste.

Die Untersuchung zielt darauf ab, die Lebensverhältnisse und Zukunftsperspektiven von Frauen in der Landwirtschaft zu bewerten. Dabei wird ein Mixed-Method-Ansatz verwendet, der qualitative Interviews und Online-Befragungen umfasst. Die Ergebnisse dieser Studie könnten wichtige Impulse für die weitere Diskussion über die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft liefern. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen dazu beitragen, die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft zu verbessern und ihren Beitrag zur Gesellschaft stärker sichtbar zu machen. Quelle