Heute ist der 18.02.2026 und in Urfahr-Umgebung sorgt die übermäßige Mediennutzung in vielen Familien für angespanntes Klima. Immer wieder fliegen die digitalen Geschütze, wenn es um die Nutzung von Smartphones und Tablets geht. Konflikte entstehen häufig, wenn beispielsweise ein vierjähriger Sohn das Smartphone seiner Eltern in Beschlag nehmen möchte oder eine 16-Jährige beim Abendessen unentwegt auf ihr Handy schaut. Die Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz bietet in diesem Zusammenhang wertvolle Unterstützung an. Hier können Eltern sowohl telefonisch als auch persönlich Beratung in Anspruch nehmen. Réne Bittricher, Teil des „Mobiles Familiencoaching“, hat bereits viele Familien in der Region beraten und bringt wertvolle Erfahrung aus seiner Zeit als Jugendzentrumsleiter in Puchenau mit.
Das Coaching umfasst in der Regel zwei bis drei Stunden, in denen die bestehenden Probleme und Streitpunkte offen besprochen werden. Gemeinsam mit den Eltern wird ein maßgeschneidertes Konzept entwickelt, das auf die individuellen Bedürfnisse der Familien eingeht. Ein zentraler Aspekt ist die Vorbildfunktion der Eltern im digitalen Verhalten. Klare Medienzeiten und Pausen sollen eingeführt werden, um den Kindern ein gesundes Verhältnis zu digitalen Medien zu vermitteln. Ein interessanter Vorschlag, der dabei immer mehr Anklang findet, sind sogenannte „Handyparkplätze“, die für bewusste Offline-Phasen sorgen sollen. Die Diakonie empfiehlt zudem, Gespräche über Online-Risiken wie Cybermobbing und Datenschutz zu führen, um die Kinder auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten.
Dynamik der Mediennutzung unter Jugendlichen
Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass Jugendliche zunehmend KI-Anwendungen für verschiedene Zwecke nutzen. Laut der Studie verwenden 74 Prozent der 12- bis 19-Jährigen KI für ihre Hausaufgaben oder das Lernen. Dies stellt einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr dar, in dem es 65 Prozent waren. Auch die Nutzung von KI zur Informationssuche hat sich stark entwickelt und steigt um 27 Prozentpunkte auf 70 Prozent. Besonders bemerkenswert ist, dass ChatGPT inzwischen hinter klassischen Suchmaschinen das zweithäufigste Recherche- und Informationstool darstellt. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen vertrauen den von KI gelieferten Informationen und nutzen diese, um sich erklären zu lassen, wie etwas funktioniert.
Das Smartphone bleibt für viele Jugendliche ein ständiger Begleiter und hat sich als zentrales Medium etabliert. Die durchschnittliche Bildschirmzeit liegt bei knapp vier Stunden täglich und nimmt mit dem Alter zu: Während 12- bis 13-Jährige unter drei Stunden täglich verbringen, sind es bei 18- bis 19-Jährigen über viereinhalb Stunden. Trotz des Wissens um die Notwendigkeit von Pausen fällt es vielen Jugendlichen schwer, sich selbst zu regulieren. Rund 30 Prozent geben an, morgens oft müde zu sein, weil sie ihr Handy nachts zu spät aus der Hand legen.
Elternvereine und deren Rolle
In Elternvereinen und Eltern-Kind-Zentren ist das Thema übermäßige Mediennutzung ebenfalls ein heißes Eisen. Georg Haider, Obmann des Elternvereins Bad Leonfelden, berichtet von 100 Prozent der Eltern, die Konflikte über die Medienzeit ihrer Kinder haben. Viele Eltern versuchen, die Medienzeit ihrer Kinder einzuschränken. Im EKiZ Wirbelwind wird zudem betont, dass es auch zahlreiche Aktivitäten außerhalb der Handywelt gibt. Handys sind bei Ferienprogrammen nicht erlaubt, und die Kinder dürfen abends lediglich eine halbe Stunde das Handy nutzen, um die digitale Nutzung zu regulieren.
Die Diakonie bietet dabei anonym, kostenlos und niederschwellig Unterstützung für betroffene Familien an. Marisa Zerza, Leiterin des Familiencoachings, ermutigt Eltern, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Herausforderungen, die durch den Medienkonsum entstehen, besser bewältigen zu können.
In der heutigen Zeit, in der digitale Medien omnipräsent sind, ist es wichtiger denn je, einen gesunden Umgang mit diesen Technologien zu fördern. Die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, betreffen nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch die gesamte Familie. Daher ist es entscheidend, dass Eltern und Kinder gemeinsam an Lösungen arbeiten und sich über die Risiken und Chancen der digitalen Welt austauschen.
Für mehr Informationen über die Herausforderungen der Mediennutzung in Familien können Sie die vollständige Quelle hier nachlesen. Zusätzliche Einblicke in die Mediennutzung von Jugendlichen finden Sie in der JIM-Studie 2025, die hier verfügbar ist.