In der malerischen Region Urfahr West wird in den Schulküchen ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen. Hier wird täglich frisch gekocht, während viele andere Schulküchen außerhalb des Mühlviertels tiefgekühlte Mittagessen servieren. Die Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Urfahr West hat im Februar ein Projekt gestartet, um die Vorzüge dieser Frischküchen ins Rampenlicht zu rücken. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Zukunft Essen“ zielt dieses Projekt darauf ab, die Wertschätzung der zubereiteten Gerichte zu fördern und die Schulköchinnen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Schulküchen in der Region, darunter das Personal aus Gramastetten und Ottensheim, betonen die Freude, die sie empfinden, wenn die Kinder gerne das essen, was frisch zubereitet wird. Die Gerichte entsprechen den Kriterien der „Gesunden Küche“, einem Qualitätssiegel des Landes OÖ.
Diese Qualitätskriterien umfassen eine vielfältige Auswahl an Lebensmitteln, saisonales Gemüse und Obst, Vollkornprodukte sowie eine sparsame Verwendung von Zucker und Fett. Süße Hauptgerichte werden durch Obst aufgewertet, und eine Gemüsesuppe dient als Vorspeise. Solch eine gesunde Schulverpflegung ist nicht nur ein Genuss, sondern auch ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Kinder.
Ein Blick auf die Schulverpflegung in Deutschland
Aktuellen Statistiken zufolge haben 69 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 17 Jahren Zugang zu warmem Schulessen. Dies ist ein bedeutender Schritt hin zu einer gesunden Ernährung, die für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder unerlässlich ist. Der Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wurde entwickelt, um ein gesundes und nachhaltiges Speisenangebot in Schulen zu gewährleisten. Der Standard unterstützt Verantwortliche dabei, ein bedarfsgerechtes, ausgewogenes und nachhaltiges Verpflegungsangebot umzusetzen. Die DGE-Qualitätsstandards bieten praxisnahe Empfehlungen und können Schulen dabei helfen, sich auszeichnen zu lassen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.
Eine gesunde Ernährung in Schulen ist nicht nur wichtig, um Übergewicht und damit verbundene Krankheiten wie Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 zu verhindern, sondern trägt auch zur Förderung des sozialen Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit der Schüler bei. Studien zeigen jedoch, dass Kinder und Jugendliche häufig zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse konsumieren, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Schulverpflegung auch als Ort für Ernährungsbildung fungiert und Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten erreicht.
Gesunde Ernährung als Schlüssel zur Entwicklung
In Deutschland leben etwa 14 Millionen Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, wobei die größte Gruppe 7,1 Millionen Minderjährige zwischen 6 und 14 Jahren umfasst. Geschmacksvorlieben und Essgewohnheiten werden in der Kindheit und Jugend geprägt, weshalb eine gesunde Ernährung in dieser Lebensphase entscheidend ist. Ernährungsstudien des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass Kinder weniger süße Getränke konsumieren und der Wasserverzehr gestiegen ist, jedoch bleibt der Konsum von Softgetränken weiterhin hoch. Gleichzeitig ist der Zuckerkonsum, insbesondere durch Süßigkeiten, ein kritisches Thema. Über 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, was die Notwendigkeit einer gesunden Schulverpflegung unterstreicht.
Schulessen kann einen bedeutenden Beitrag zur Prävention ernährungsbedingter Krankheiten leisten und bis zu 40 Prozent des täglichen Energiebedarfs decken. Die Vernetzungsstellen Schulverpflegung bieten Unterstützung und Beratung, um die Qualität in der Schulverpflegung zu verbessern. Mit Projekten wie dem in Urfahr West wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung für die kommenden Generationen unternommen. Die Ergebnisse dieser Initiativen kommen nicht nur den Schulen, sondern der gesamten Region zugute.