Im Jänner 2026 wurde ein außergewöhnliches Abenteuer in den Höhen des Aconcagua, dem höchsten Gipfel in den Amerikas mit 6.961 Metern, unternommen. Acht Lungentransplantierte und ihre Begleitpersonen aus fünf Nationen machten sich auf, um den Gipfel zu erklimmen. Die Expedition, die vom Lungenfacharzt Peter Jaksch von der MedUni Wien betreut wurde, verfolgte mehrere Ziele: Inspiration für Transplantatempfänger, Förderung der Organspende und wissenschaftliche Forschung zu Hochgebirgen und Lungentransplantation. Dabei wurde auch eine Dokumentation der Reise durch professionelle Film- und Medienaufnahmen geplant. Die gesammelten Daten werden wissenschaftlich ausgewertet, um Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit von Menschen nach einer Organtransplantation zu gewinnen.[1]
Zu den Teilnehmern gehörte auch Helmut Steigersdorfer, ein 50-jähriger Mann, der seit 2002 mit einer transplantierten Lunge lebt und zuvor an Mukoviszidose litt. Er ist ein leidenschaftlicher Sportler und betreibt regelmäßig Aktivitäten wie Laufen, Bergwandern und Zirkeltraining. Steigersdorfer zeigte mit seiner Teilnahme, dass eine 24 Jahre alte transplantierte Lunge durchaus große Herausforderungen meistern kann. Tatsächlich war er der einzige Teilnehmer, der den Gipfel des Aconcagua erreichte, begleitet von seinem Team, und wollte mit seiner Leistung Hoffnung und Zuversicht vermitteln.[2]
Einzigartiges Projekt mit hohen Zielen
Das Projekt mit dem Namen „Aconcagua 2026“ umfasste bis zu 50 Personen, darunter etwa 15 Transplantatempfänger und 35 Begleitpersonen aus acht verschiedenen Ländern. Die Expedition fand im Zeitraum vom 11. bis 29. Januar 2026 statt und beinhaltete eine Vielzahl von medizinischem Personal, darunter Ärzte, Pflegekräfte und Physiologen. Die Teilnehmer hatten gewisse Voraussetzungen zu erfüllen, wie mindestens ein Jahr nach der Lungentransplantation und eine normale Lungenfunktion. Für viele war es eine Gelegenheit, ihre Grenzen zu testen und auf die Wichtigkeit der Organspende aufmerksam zu machen.[2]
Die Kosten für die Expedition beliefen sich auf geschätzte 11.500 bis 12.000 Euro pro Teilnehmer, die für Logistik, Ausrüstung und Versicherungen aufgewendet wurden. Zusätzlich war ein Gesamtbudget von etwa 700.000 Euro für Filmproduktion und wissenschaftliche Ausrüstung vorgesehen. Sponsoren aus dem medizinischen Bereich sowie Unternehmen und staatlichen Institutionen unterstützten das Projekt, um den Teilnehmern eine unvergessliche Erfahrung zu ermöglichen und gleichzeitig das Bewusstsein für Organspenden zu schärfen.
Die Bedeutung der Lungentransplantation
Lungentransplantationen sind ein entscheidender Schritt für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, die keine weiteren therapeutischen Optionen haben. Bei diesem Eingriff wird die erkrankte Lunge durch eine Spenderlunge ersetzt. Die Voraussetzungen sind streng, und Patienten müssen keine relevanten Begleiterkrankungen aufweisen. Dennoch gibt es Risiken, die sowohl in der Früh- als auch in der Spätphase auftreten können, wie operative Schwierigkeiten oder chronische Abstoßungsreaktionen. Trotz dieser Herausforderungen zeigen aktuelle Daten, dass Transplantierte eine deutlich verbesserte Lebensqualität im Vergleich zu ihrem Zustand vor der Operation erleben können.[3]
Die Expedition zum Aconcagua ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch ein starkes Zeichen der Hoffnung und des Mutes für alle, die mit den Herausforderungen einer Lungentransplantation leben. Die Teilnehmer, angeführt von Helmut Steigersdorfer, haben nicht nur ihre persönlichen Grenzen überschritten, sondern auch ein inspirierendes Beispiel für die Möglichkeiten gegeben, die sich nach einer Transplantation eröffnen.