Heute ist der 8.03.2026 und wir feiern den Weltfrauentag, ein Anlass, der die Errungenschaften von Frauen in der Wirtschaft würdigt und gleichzeitig auf die Herausforderungen hinweist, die es noch zu bewältigen gilt. In Oberösterreich, und besonders im Bezirk Steyr, haben Frauen in der Wirtschaft eine entscheidende Rolle übernommen. Seit 30 Jahren ist die Initiative „Frau in der Wirtschaft“ in der WKO Oberösterreich aktiv und unterstützt rund 40.000 Frauen mit Netzwerk, Service und Initiativen, die den unternehmerischen Erfolg fördern.
Im Bezirk Steyr-Stadt leisten 853 Unternehmerinnen wertvolle Beiträge zur regionalen Wirtschaft. 2025 wird prognostiziert, dass fast jede zweite Unternehmensgründung in Oberösterreich von Frauen initiiert wird. Im vergangenen Jahr wurden im Bezirk Steyr 57 Neugründungen, was 46,3 % aller Gründungen entspricht, von Frauen durchgeführt. Diese Entwicklungen sind Beweis für die Fortschritte, die in den letzten drei Jahrzehnten erzielt wurden, nicht zuletzt durch die verschiedenen Schwerpunkte, die die Initiative gesetzt hat: Bildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen.
Erfolgreiche Initiativen und zukünftige Maßnahmen
Die Erfolge sind beachtlich. Ein herausragendes Beispiel ist der Ausbau der Kinderbetreuung, der sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene vorangetrieben wurde. Zukünftige Maßnahmen konzentrieren sich auf die Förderung der Gleichstellung und die Verringerung des Gender Pay Gaps, wobei der Fokus auf den Ursachen liegt. Dazu gehören unter anderem Kinderbetreuung, Karriereprogramme, Berufsorientierung und moderne Arbeitszeitmodelle, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtet sind.
In Linz, der Hauptstadt Oberösterreichs, tragen 5.216 Unternehmerinnen zur regionalen Wirtschaft bei. Pia Beinkofer-Edlinger, die Bezirksvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ Linz-Stadt, hebt die Wichtigkeit der Sichtbarkeit und des Erfahrungsaustauschs für Frauen hervor. Auch hier wurden im Jahr 2025 insgesamt 285 Neugründungen (35,8 %) von Frauen durchgeführt. Diese Zahlen verdeutlichen den Einfluss, den Unternehmerinnen auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Stärkung der regionalen Wirtschaft ausüben.
Ein Blick auf die Herausforderungen
Doch trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt eine Herausforderung. In Deutschland arbeiten 75 % der Beschäftigten in Unternehmen ohne Frauen in der obersten Führungsebene, und der Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen liegt bei nur 19,7 %. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass, obwohl es Fortschritte gibt, Geschlechtergerechtigkeit noch nicht erreicht ist, insbesondere in Führungspositionen. Die Einführung des Führungspositionengesetzes (FüPoG) hat zwar dazu beigetragen, den Frauenanteil in Aufsichtsräten auf 37 % zu erhöhen, doch der Weg zu einer echten Gleichstellung bleibt steinig.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Der Gender Lifetime Earnings Gap zeigt, dass Mütter im Laufe ihres Lebens bis zu 70 % weniger verdienen können, und Deutschland fehlt es an 306.000 U3-Kitaplätzen, was die Betreuungssituation für arbeitende Mütter belastet. Eine traditionelle Arbeitsteilung zwischen Eltern ist nach wie vor vorherrschend, was Frauen oft in die Teilzeitfalle drängt. Um diese Missstände zu überwinden, sind strukturelle und kulturelle Reformen dringend notwendig. Vorschläge zur Verbesserung der Gleichstellung beinhalten den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten, die Erhöhung der Lohnersatzrate in der Elternzeit und die Förderung der Väterbeteiligung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Rolle der Frauen in der Wirtschaft sowohl in Steyr als auch in Linz stetig wächst, und es ist erfreulich zu sehen, dass immer mehr Frauen innovative Geschäftsmodelle und nachhaltige Strategien vorantreiben. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die gesetzten Ziele zu erreichen und eine echte Gleichstellung zu verwirklichen. Für weitere Informationen über die Initiative „Frau in der Wirtschaft“ und deren Aktivitäten können Sie die Quelle [hier](e-steyr.com) und [hier](meinbezirk.at) einsehen. Die Herausforderungen sind groß, aber die Motivation und der Unternehmergeist der Frauen in unserer Region sind es ebenfalls!