Am 17. März fand am Campus Steyr der FH Oberösterreich die Veranstaltung „Vertrauen in Künstliche Intelligenz (KI): Perspektiven aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern“ statt. Organisiert von der Fakultät für Wirtschaft und Management der FH Oberösterreich sowie der schweizerischen Botschaft in Österreich, bot die Veranstaltung den Teilnehmenden zahlreiche Einblicke in aktuelle KI-Anwendungen. Ein zentrales Thema war dabei das Vertrauen in diese Technologien, mit einem besonderen Fokus auf Transparenz und verantwortungsvolle Nutzung.
Die Vorträge umfassten spannende Themen, wie den Einsatz von KI in der Radioonkologie, präsentiert von Sarah C. Brüningk von der Universität Bern und dem Inselspital Bern. Sie diskutierte das Spannungsfeld zwischen technologischer Innovation und klinischer Realität. Thomas Arnitz von Ligaportal stellte den Einsatz von Voice-KI zur automatisierten Sportberichterstattung in Echtzeit vor. Michael Affenzeller von der FH Oberösterreich beleuchtete agentenbasierte KI-Systeme und deren Einfluss auf industrielle Entscheidungsprozesse, während Jürgen Palkoska von BMD Business Software die Rolle von KI in Unternehmens- und Kanzleisoftware thematisierte.
Paneldiskussion zur Vertrauensbildung in KI
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Paneldiskussion, moderiert von René Riedl. Die Diskutanten, darunter Manuel Wolfsteiner von ki-fit.at und Paul Zeinhofer von smartpoint dataformers, waren sich einig: Technologische Leistungsfähigkeit allein reicht nicht aus, um Vertrauen in KI zu schaffen. Entscheidend sind Transparenz, klare Zielbilder, menschliche Aufsicht und die organisatorische Einbettung von KI-Technologien.
Die Herausforderungen, die im Zusammenhang mit dem Vertrauen in KI stehen, sind nicht nur lokal, sondern global von Bedeutung. So wird beispielsweise im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern an der Schaffung von Transparenz in KI-Anwendungen gearbeitet. Ein aktuelles Projekt zielt darauf ab, satellitengestützte Erntevorhersagen zu entwickeln, die Landwirten helfen sollen, ihre Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen besser anzupassen. Diese Technologien sind darauf angewiesen, dass die Vorhersagen nachvollziehbar und transparent sind, um mögliche Ernteausfälle zu vermeiden. Zudem wird KI auch im medizinischen Bereich eingesetzt, etwa zur Krebsdiagnose, wo sie Gewebeproben analysiert und zwischen gesundem und krankhaft verändertem Gewebe unterscheidet. Eine spezielle App zur Erkennung von Hautkrankheiten soll dabei ebenso nachvollziehbare Erklärungen für ihre Entscheidungen liefern (Tagesschau).
Die Zukunft der KI: Vertrauen und Standards
Das DFKI plant zudem die Entwicklung von Prüfkriterien für KI-Anwendungen, die ähnlich einem TÜV-Siegel Vertrauen schaffen sollen. Diese Entwicklungen sind Teil eines umfassenden Projekts, das von der Bundesregierung mit einem Gesamtbudget von 32 Millionen Euro unterstützt wird. Ziel ist es, vertrauenswürdige KI „Made in Germany“ zu etablieren, was auch für Österreich von Interesse sein könnte, um im internationalen Vergleich nicht nur technologisch, sondern auch ethisch und qualitativ Schritt zu halten.
Die Diskussion über Vertrauen in KI ist also nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern ein globaler Diskurs, der in vielen Bereichen – von der Medizin über die Landwirtschaft bis hin zur Unternehmenssoftware – von Bedeutung ist. Die Herausforderungen sind vielfältig, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Technologien und unser Vertrauen in sie entwickeln werden. Weitere Informationen zu den Veranstaltungsergebnissen finden Sie in unserem Bericht auf MeinBezirk.




